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Außerschulische Jugenderziehung und Erwachsenenbildung - Mitarbeit der Lehrer

Rechtsgrundlage: §§ 56, 216 BDG; § 5 VBG; Durchführungsbestimmungen zum Beamten-Dienstrechtsgesetz für den Bereich des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst (Erlass vom 3. 11. 1982, ZI. 624/14-18A/a/82 = RS BMUK Nr. 122/1982). Siehe auch „Nebenbeschäftigung".

a) Nebenbeschäftigung eines Lehrers:

  • Nebenbeschäftigung ist jede Beschäftigung, die der Beamte außerhalb seines Dienstverhältnisses und einer allfälligen Nebentätigkeit ausübt.
  • Der Beamte darf keine Nebenbeschäftigung ausüben, die ihn an der Erfüllung seiner dienstlichen Aufgaben behindert, die Vermutung seiner Befangenheit hervorruft oder sonstige wesentliche dienstliche Interessen gefährdet.
  • Der Beamte hat seiner Dienstbehörde jede erwerbsmäßige Nebenbeschäftigung und jede Änderung einer solchen unverzüglich zu melden. Eine Nebenbeschäftigung ist erwerbsmäßig, wenn sie die Schaffung von nennenswerten Einkünften in Geld- oder Güterform bezweckt.
  • Grundsätzlich ist in § 56 BDG keine Genehmigung einer Nebenbeschäftigung vorgesehen; sie ist lediglich zu melden. Gem. § 216 BDG sind diese Bestimmungen auf Lehrer mit der Maßgabe anzuwenden, dass der Betrieb einer Privatschule oder einer Privatlehr- und Erziehungsanstalt sowie die Erteilung des Privatunterrichtes an Schüler der eigenen Schule und die Aufnahme solcher Schüler in Kost und Quartier der vorhergehenden Genehmigung der Dienstbehörde bedarf.

b) Maßnahmen zur Unterstützung der Mitarbeit der Lehrer in der außerschulischen Jugenderziehung und in der Erwachsenenbildung:

  • Zur Frage der Mitarbeit der Lehrer im Rahmen der außerschulischen Jugenderziehung (im Rahmen der Erwachsenenbildung) wird in den Durchführungsbestimmungen zum BeamtenDienstrechtsgesetz für den Bereich des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst (Erlass vom 3. 11. 1982, ZI. 624/14-18A/a/ 82 = RS BMUK Nr. 122/1982) Folgendes festgehalten:
  • Die Landesschulbehörden werden ersucht, die Direktionen der ihnen unterstehenden Anstalten zu ermächtigen, Lehrer, die in der außerschulischen Jugenderziehung intensiv, d. h. bei überregionaler Aufgabenstellung in leitender Funktion, sowie Lehrer, die in der Erwachsenenbildung oder im Volksbüchereiwesen intensiv, d. h. über eine fallweise Vortragstätigkeit hinaus, tätig sind, zu unterstützen.
  • Wenn auch die gebotene Erfüllung der dienstlichen Obliegenheiten selbstverständlich zu wahren ist, so sollen z. B. bei der Lehrfächerverteilung oder beim Erstellen der Stundenpläne Wünsche des in der außerschulischen Jugenderziehung (des in der Erwachsenenbildung) tätigen Lehrers berücksichtigt werden.
  • Die Landesschulbehörden werden ersucht, den in der außerschulischen Jugenderziehung bzw. in der Erwachsenenbildung tätigen Lehrern auf Ansuchen die Teilnahme an Ausbildungsund Fortbildungsveranstaltungen im Bereich der außerschulischen Jugenderziehung zu genehmigen, wenn diese Veranstaltungen vom Unterrichtsministerium oder vom Landesjugendreferat eines Bundeslandes durchgeführt werden und keine zwingenden dienstlichen Rücksichten dagegen sprechen.
  • Bei den in der Erwachsenenbildung tätigen Lehrern betrifft dies die Teilnahme an Ausbildungs- und Fortbildungsveranstaltungen, wenn dieser Antrag von einer im Sinne des Bundesgesetzes über die Förderung der Erwachsenenbildung und des Volksbüchereiwesens aus Bundesmitteln (BGBI. Nr. 171/1973) anerkannten gesamtösterreichischen Erwachsenenbildungsinstitution oder vom Leiter einer Förderungsstelle des Bundes für Erwachsenenbildung bzw. vom Volksbildungsreferat der Kulturabteilung des Amtes der Vorarlberger Landesregierung oder des Kulturamtes der Stadt Wien unterstützt wird und wenn keine zwingenden dienstlichen Rücksichten dagegen sprechen.
  • Anerkannte gesamtösterreichische Erwachsenenbildungsinstitutionen im Sinne der obigen Bestimmungen sind: Arbeitsgemeinschaft der Bildungshäuser Österreich, Berufsförderungsinstitut Österreich, Ländliches Fortbildungsinstitut, Ring Österreichischer Bildungswerke, Büchereiverband Österreichs, Verband Österreichischer, Volkshochschulen, Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich, Österreichische Volkswirtschaftliche Gesellschaft, Verband für Bildungswesen, Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung (VÖGB), Österreichische Föderation der Europahäuser - Europäisches Bildungswerk in Österreich, Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs - VWGÖ und Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich.
  • Für die Teilnahme an solchen Veranstaltungen ist ein entsprechender Sonderurlaub zu bewilligen. Bezüglich der Bundeslehrer wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass für den Schulleiter die Möglichkeit besteht, einem Lehrer, wenn die Vertretung durch die übrigen Mitglieder des Lehrkörpers gesichert ist, einen Sonderurlaub von höchstens einer Woche zu gewähren.
  • Eine verdienstvolle Mitarbeit im Bereich der außerschulischen Jugenderziehung bzw. im Bereich der Erwachsenenbildung und des Volksbüchereiwesens soll schließlich - bei gleichzeitiger Bewährung im Lehrdienst und Zutreffen der sonstigen Voraussetzungen - zum Anlass für Anträge auf entsprechende ehrende Anerkennung (Titelverleihung, sichtbare Auszeichnung, Ausspruch von Dank und Anerkennung) genommen bzw. für eine Beförderung entsprechend mitbewertet werden.

(Zuletzt aktualisiert: April 2014)

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Aktuelle Zitate

 

 

 

Österreichs Lehrerinnen und Lehrer von Politik und Gesellschaft alleingelassen:

„Die Einzelkämpfer im Klassenzimmer rufen seit vielen Jahren vergeblich nach Unterstützung durch Beratungslehrer, Sozialarbeiter und Psychologen. Sie sollten sie bekommen und zudem von uns allen im Schulalltag weniger alleingelassen werden.“
Mag. Helmut Schliesselberger, Salzburger Nachrichten online am 11. Mai 2019

LehrerInnen verdienen höchste Wertschätzung:

„‚Wegen des Geldes‘ wird man nicht LehrerIn, wegen der tollen ‚Work-Life-Balance‘ wohl auch nicht. 50 bis 80 Stunden pro Woche für die Schule zu arbeiten, empfinden viele von uns als ganz normal.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2019, S. 6

Absage an den Wiener Bildungsdirektor Himmer:

„Zwischen dem Aussprechen von Verboten und dem Schulverweis als letzter Maßnahme müsse es noch andere Möglichkeiten geben, auf Gewalt zu reagieren. ‚Die Rolle des Lehrers zu schwächen, ist der falsche Weg.‘“
Maria Hutter, Bildungslandesrätin Salzburgs, Salzburger Nachrichten online am 6. Juni 2019 

Elternhaus erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Kein Schulwesen der Welt kann ausgleichen, was Eltern ihren Kindern, warum auch immer, schuldig bleiben. Keine Schule kann so schlecht sein, um zu zerstören, was Eltern als erste und wichtigste LehrerInnen aufgebaut haben. Diese große Verantwortung sollte jungen Menschen, die ein Kind in die Welt setzen, bewusst sein. Diese große Verantwortung sollte möglichst allen bewusst gemacht werden!“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, VCLnews vom Juni 2019, S. 11

„Immenser Stressfaktor“:

„Verhaltensauffälligkeiten von SchülerInnen UND Eltern nehmen nicht nur zu, sondern Dimensionen an, die zu einem immensen Stressfaktor geworden sind. Es ist das Gefühl, damit allein gelassen zu sein, das so viele Betroffene davon abhält, darüber zu sprechen und sich selbstverständlich Unterstützung bei Vorgesetzten zu holen.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2019, S. 7

Schule braucht Unterstützung:

„Schulinterne Verhaltensvereinbarungen, Gespräche in der Direktion und die bloße ‚Androhung eines Ausschlusses‘ sind dort zahnlos, wo jemand seine Mitmenschen bewusst psychisch oder physisch schädigen will. Für solche Extremfälle braucht es daher spürbare Konsequenzen (von Wiedergutmachung bis zum Verlust des Schulplatzes) und eine besonders enge Kooperation zwischen Elternhaus und Schule, notfalls unter Einbindung des Jugendamtes.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, VCLnews vom Juni 2019, S. 21

Folgen politischer Ignoranz:

„Die in der Gesellschaft zunehmende Gewaltbereitschaft wird auch in die Schulen hineingetragen. Vielfach trauen sich Lehrer nicht, über undiszipliniertes, respektloses und entwürdigendes Verhalten der Schüler zu berichten. Man schaut zu lange weg, kehrt die Probleme unter den Teppich und sucht den Grund für das Fehlverhalten der Schüler oft beim Lehrer.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2019, S. 5

Interventionsinstrumente nötig:

„Pünktlichkeit, das Einhalten von Terminen und eine ernsthafte Arbeitshaltung sollten als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt werden. Und wenn dem nicht so ist, müssen wir den Lehrenden Instrumente in die Hand geben, die dies zu erreichen versuchen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, VCLnews vom Juni 2019, S. 9

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Fast jeder zweite Lehrer in Wien und Niederösterreich leidet darunter, dass es zu wenig Sanktionsmöglichkeiten für undisziplinierte Schüler gibt.“
Niederösterreichische Nachrichten online am 14. Mai 2019

Schluss mit dem Sparen an der Schule!

„‚Wenn ein Schüler suspendiert wird, sitzt er nur drei Wochen zu Hause. In einer Timeout-Klasse wird mit ihm gearbeitet.‘ Für diese Aufgabe brauche es aber eben auch speziell geschultes Personal. Zusätzlich.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Der Standard online am 16. Mai 2019

Wertschätzung und Vertrauen!

„Unseren Lehrerinnen und Lehrern, die tagtäglich in den Schulklassen stehen und in den heterogenen Klassen vor großen Herausforderungen stehen, müssen wir wieder viel mehr Wertschätzung und viel mehr Vertrauen entgegenbringen.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Kein Platz für Gewalt!

„Psychische und physische Gewalt darf an unseren Schulen keinen Platz haben. […] Ein Verhalten, das andere schikaniert, entwürdigt, darf nicht hingenommen werden.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Ein schlimmes Jahrzehnt „Schulpolitik“ beenden!

„Ganz wichtig wäre das Unterstützungspersonal. Es hat im Jahr 2008 Österreich auch an der TALIS-Studie teilgenommen. Da wurden die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte untersucht. Da ist Österreich wirklich als Schlusslicht dagestanden. Und dann sind wir aus der Studie ausgestiegen. […] Da wird man auf jeden Fall ansetzen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das kostenneutral funktioniert.
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019 

Riesiger Rückstand bei den Rahmenbedingungen:

„‚Das Verhältnis von Lehrkräften zu pädagogisch-unterstützendem Personal beträgt 29:1 und jenes von Lehrkräften zu administrativem Personal 25:1.‘ Im Vergleich dazu kommt etwa in Dänemark auf zehn Lehrpersonen eine Supportstelle. Der OECD/EU-Schnitt liegt bei 16:1. Würde sich Österreich an diesem orientieren, so müssten hierzulande an die 13.500 zusätzliche Posten im Schulsupport geschaffen werden, wiederholt Kimberger eine langjährige Gewerkschaftsforderung.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 24. April 2019

Keine Toleranz gegenüber Gewalt!

„Für gewalttätiges Verhalten in der Schule darf es keine Toleranz geben.“
Mag. Elisabeth Rosenberger, Präsidentin des Bundeselternverbands (BEV), Presseaussendung vom 13. Mai 2019 

Pädagogische Interventionsmittel notwendig:

„Wenn die Gespräche mit Lehrkräften, Klassenvorstand, Eltern, Direktion nichts nützen, dann gibt’s im Moment wirklich nur Zahnloses. […] Wenn man gesehen hat, wie diese Schüler agieren, dann hat man das Gefühl: Die wissen, es passiert ihnen nichts. Die fühlen sich so sicher in ihrem Verhalten, dass sie tun und lassen können, was sie wollen. Da braucht die Schule auf jeden Fall stärkere Maßnahmen.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Der Gewalt keinen Nährboden!

„Zwar handle es sich um eine Minderheit, die Lehrer terrorisiere, trotzdem müsse mit voller Stärke durchgegriffen werden. Auch der Rechtsstaat sei bei derartigen Übergriffen gefragt. ‚Gewalt in der Schule – egal von welcher Seite – müssen wir unterbinden. Sonst ist es in zehn Jahren kein Schulproblem, sondern ein gesellschaftliches Problem.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 6. Mai 2019

857 „Einzelfälle“ …

„Laut Ministerium gab es vergangenes Schuljahr österreichweit 857 Polizeieinsätze an Schulen – die meisten in Wien und die meisten wegen Konflikten unter Schülern.“
Die Presse online am 7. Mai 2019

Leider viel zu lang:

„Schon lang gehört Lehrer-Bashing zum guten Ton. Dabei wird völlig vergessen, dass das stetig sinkende gesellschaftliche Ansehen der Lehrer für Österreich zunehmend zum Problem wird. Das macht sich in den Klassenzimmern bemerkbar, wenn Schüler ihren Lehrern keinen Funken Respekt mehr entgegenbringen, weil die Eltern in den Gesprächen zu Hause aus ihrer Ablehnung gegenüber den Pädagogen kein Geheimnis machen.“
Mag. Julia Neuhauser, Die Presse online am 30. Juni 2016

Offen und ehrlich gefragt:

„Wer übernimmt die Verantwortung für all den Kram, den wir in den letzten Jahren ausbaden mussten?“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, GBW-Tagung „Time for Change? Teil II: Im Hamsterrad. Schule zwischen Überlastung und Anpassungsdruck“, Bergische Universität Wuppertal am 4. Mai 2019