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Schulpraktikum (= Phase 1 der Lehrerausbildung)

Rechtsgrundlage: MVBl. 56/77. 47/85: GG 62, 62a; VBG 41/4; Universitätsstudiengesetz (UniStG) 1997; Studienplan.

a) Allgemeines:

  • Die „schulpraktische Ausbildung" ersetzt seit dem Studienplan 2000 das frühere „Schulpraktikum" (nach dem alten Studienplan 1984).
  • Die schulpraktische Ausbildung stellt als Praktikum weiterhin die Phase 1 der praktischen Lehrerausbildung dar und ist bereits während des Studiums zu absolvieren. Das Unterrichtspraktikum (UP) stellt die Phase 2 der praktischen Lehrerausbildung dar und ist nach dem abgeschlossenen Lehramtsstudium zu absolvieren.
  • Die schulpraktische Ausbildung besteht aus 2 Teilen (Phase 1 und Phase 2 des Schulpraktikums):
    - Pädagogisches Praktikum (PÄP): entspricht der früheren „Einführungsphase";
    - Fachbezogenes Praktikum (FAP): entspricht der früheren „Übungsphase".
  • Die schulpraktische Ausbildung wird in Wien von folgender Institution organisiert: Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft; Institut für Bildungswissenschaft, Lehrerinnenbildung und Professionalisierungsforschung (FeLP = Forschungseinheit Lehrerlnnenbildung und Professionalisierungsforschung); 1090 Wien, Maria-Theresien-Straße 3; Telefon: 01/42 77-461 94; Fax: 01/42 77-467 20; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Homepage: https://bildungswissenschaft.univie.ac.at/felp/arbeitsbereich/
  • Abgeltung für Betreuungslehrer: Der Abgeltungsmodus ist in GG 62, 62a bzw. VBG 41/4 festgelegt.

b) Pädagogisches Praktikum (PÄP):

  • Das Pädagogische Praktikum (PÄP) ist als Phase 1 des Schulpraktikums im 1. Studienabschnitt ab dem 3. Semester zu absolvieren. Es gilt als 3-stündige Lehrveranstaltung (Seminar = 2 Semesterstunden, Supervision = 1 Semesterstunde) und wird meist in geblockter Form durchgeführt.
  • Die Anmeldung zum PÄP und zur Supervision (SV) erfolgt am Institut für Bildungswissenschaft, Lehrerlnnenbildung und Professionalisierungsforschung (FeLP). Termine: Ende September/ Anfang Oktober und Ende Februar/Anfang März.
  • Das PÄP ist nur einmal mit Bezug zu einem der Lehramtsfächer zu absolvieren.
  • Das PÄP ist nicht fachspezifisch organisiert, sondern fächerübergreifend in Fächerbündeln (Bereichen), was Inhalt und Organisationsform betrifft. Zu den Themenbereichen zählen:
    - Einführung in die Beobachtung und Auswertung von Unterricht;
    - Einführung in die Planung und Durchführung von Unterricht; - Hospitationen;
    - selbstständige Durchführung von mindestens 1 Unterrichtssequenz;
    - begleitende Supervision (SV).
  • Lehrveranstaltungen des Schulpraktikums des alten Studienplans (Studienplan 1984) sind als Lehrveranstaltungen der schulpraktischen Ausbildung (neuer Studienplan 2000) anzuerkennen. Die Einführungsphase des alten Studienplans gilt als Pädagogisches Praktikum des neuen Studienplans.

c) Fachbezogenes Praktikum (FAP):

  • Das Fachbezogene Praktikum (FAP) ist als Phase 2 des Schulpraktikums gemeinsam mit der begleitenden Supervision (5V) in jedem Unterrichtsfach zu absolvieren (3 Semesterstunden FAP und 1 Semesterstunde SV).
  • Das FAP im Ausmaß von 3 Semesterstunden umfasst 15 Blöcke. 1 Block besteht jeweils aus:
    - Vorbesprechungen (mindestens je 30 Minuten);
    - Hospitationsstunden und mindestens 5 von den Studierenden selbst gestaltete Unterrichtsstunden (allein oder Teamteaching);
    - Nachbesprechungen (mindestens je 30 Minuten).
  • Leiter des FAP ist der Betreuungslehrer (BL). Die Durchführung erfolgt an einer höheren Schule (BMHS oder AHS).
  • Studierende haben die Möglichkeit, Schule und BL aus dem jeweiligen Angebot auszuwählen. Die 2 FAP müssen jedoch bei unterschiedlichen BL und - zumindest in einer Studienrichtung - an einer AHS-Langform (mit Unterstufe) absolviert werden.
  • Das FAP ist grundsätzlich an zwei unterschiedlichen Schulen zu absolvieren.
  • Die Anmeldung erfolgt am FeLP (siehe oben) nach erfolgreichem Abschluss des ersten Studienabschnitts.
  • Bis zu 10 Stunden des FAP bestehen aus fachspezifischer und allgemein didaktisch orientierter Unterrichtsbeobachtung im Rahmen der hospitierten Stunden. Mindestens 5 Unterrichtsstunden werden von den Studierenden (allein oder im Teamteaching) geplant, gestaltet, durchgeführt und ausgewertet - jeweils unter Anleitung und Betreuung durch den BL.
  • Über das FAP ist ein Bericht zu verfassen, beim BL abzugeben und an das Institut (FeLP) weiterzuleiten (siehe hiezu die Angaben auf der Homepage).

d) Übersicht über den pädagogischen Studienplan des Lehramtsstudiums an der Universität Wien:

  • 1. und 2. Semester: Studieneingangsphase (STEP) = Einführungsvorlesung (1 SSt) + Proseminar (2 SSt).
  • Ab dem 3. Semester: Pädagogisch-wissenschaftliche Berufsvorbildung PWB (je 1 SSt):
    - Bildungstheorie und Gesellschaftskritik;
    - Theorie der Schule;
    - Pädagogische Probleme der ontogenetischen Entwicklung.
  • Parallel dazu: Pädagogisches Praktikum PÄP: Seminar 2 SSt und Supervision 1 SSt.
  • Im 2. Studienabschnitt (ab dem 5. Semester): Pädagogisch-wissenschaftliche Berufsvorbildung PWB (je 2 SSt): Theorie und Praxis
    - des Lehrens und Lernens;
    - des Erziehens und Beratens;
    - der Schulentwicklung;
    - Vertiefendes Wahlpflichtfach.
  • Parallel dazu: Fachbezogenes Praktikum FAP: In jedem Unterrichtsfach Seminar (3 SSt) und Supervision (1 SSt).

Abgeltung für die Betreuungslehrer im Schulpraktikum

Abgeltung für den Betreuungslehrer im Unterrichtspraktikum 

Der Betreuungslehrer erhält als quantitative Komponente die Stunden, die der Praktikant selbstständig unterrichtet, zur Gänze in seine eigene Lehrverpflichtung eingerechnet sowie gemäß GehG 63 bzw. VBG 41/4 als qualitative Komponente 15 % des Differenzbetrages zwischen L 1/12 und LPH/11. Der Betrag erhöht sich auf 20 %, wenn der Praktikant vier Wochenstunden unterrichtet, auf 25 %, wenn er fünf Wochenstunden unterrichtet. Die qualitative Abgeltung gebührt während der gesamten Dauer des UP, also 12-mal im Jahr.

Vgl. auch „Unterrichtspraktikum" (= Phase II der Lehrerausbildung).

(Zuletzt aktualisiert: Jänner 2011)

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Aktuelle Zitate

 

 

Durchbruch nach zwei Jahrzehnten!

„Damit findet eine seit Langem erhobene Forderung der VCL endlich Einzug ins Regelschulwesen. […] Die Erfahrungen der Schulversuche lassen keinen Zweifel daran bestehen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, einen wesentlichen Beitrag zur Wertevermittlung sowie zu gegenseitiger Toleranz und Respekt bringt und eine spürbare Verbesserung des Schulklimas bewirkt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer an den höheren Schulen (VCL), Presseaussendung vom 6. März 2019

Bildungsminister teilt ÖPU-Anliegen:

„Ethikunterricht ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Gerade in einer religionspluralen Gesellschaft mit wachsendem Anteil an Nichtgläubigen. Wir brauchen so etwas wie ein gemeinsames Wertefundament im Umgang miteinander und mit der Umwelt. Wir müssen uns darauf einigen, was ethisch falsch und was richtig ist.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 28. Februar 2019

Pflicht der Eltern:

„Für mich sind Eltern keine Erziehungsberechtigten, sondern Erziehungsverpflichtete. Wenn Eltern gegen die Interessen ihrer Kinder handeln und ihnen Chancen nehmen, dann hat der Staat die Pflicht, im Sinne dieser Kinder einzuschreiten.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Mut zur Korrektur!

„Um einen erfolgreichen Schritt in die Zukunft zu setzen, ist es wichtig, statt ‚Kompetenzorientierung‘ wieder Inhalte, Wissen und Leistung in den Vordergrund zu stellen.“
Mag. Werner Hittenberger, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Oberösterreich, ÖPU-Nachrichten vom März 2019, S. 17

Wie wahr!

„Wir haben wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Gab es früher eine zu starre Hierarchie, haben wir jetzt oft das andere Extrem. […] In der Schule müssen wir Regeln vereinbaren, wie wir kommunizieren, einander zuhören, mit anderen Meinungen umgehen. Es muss auch akzeptiert werden, dass die Lehrkraft Anforderungen an die Schüler stellt.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Februar 2019

Von den Erfahrungen von Gesamtschulländern lernen!

„‚Wenn man auf alle Schulen entweder AHS oder NMS schreibt, dann gibt es trotzdem Schulen, die als ,gute Gesamtschule’ gelten, und Schulen, die als ,weniger gute Gesamtschule’ gelten. Den Elternwillen kann man nicht steuern.‘ Zudem würden die Privatschulen noch mehr ausgebaut werden: ‚Wir sehen das in Gesamtschulländern. Dort ist der Privatschulsektor sehr stark, weil die Eltern dann diesen Weg wählen.‘“
MMag. Dr. Corinna Geppert, ORF online am 18. Februar 2019

Politisches Gaukeln beenden!

„Von Schulen zu verlangen, an einem sehr belasteten Standort Chancengerechtigkeit herzustellen, ist illusorisch. Das wäre, als würde man von einem Arzt in einem Armenviertel verlangen, die Lebenserwartung der Patienten auf das Niveau einer Luxuswohngegend zu bringen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Die Würfel fallen vor dem Schuleintritt:

„Schon beim Eintritt in die Volksschule betrage der Leistungsunterschied zwischen den Kindern zwei bis drei Jahre. ‚Das ist auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten nur schwer auszugleichen. […] Es macht einen massiven Unterschied, ob man mit einem Kind viel spricht und ihm vorliest, oder ob man es nur vor Fernseher und Computer setzt.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Die Presse online am 15. Februar 2019

Kinder und Familie in den Mittelpunkt:

„Wir müssen unsere Gesellschaft neu aufbauen, mit einem fokussierten Blick auf die Kinder und die Familie. Anders können wir uns nicht mehr weiterentwickeln. Dann schafft der Mensch sich schon sehr bald selbst ab.“
Mag. Michael Hüter, Focus online am 15. Jänner 2019

Jahrzehntelanges politisches Versagen:

„Die größte und von Jahr zu Jahr größer werdende Herausforderung des österreichischen Schulwesens ergibt sich aus der Tatsache, dass Österreich ein Einwanderungsland ist, das sich leider jahrzehntelang nicht als Einwanderungsland verstanden und dementsprechend integrationspolitische Maßnahmen gröblichst vernachlässigt hat.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2018, S. 18

Hohe Dunkelziffer:

„Es sei dringend notwendig etwas zu tun. Und das bedeute auch, dass ‚man Geld in die Hand nehmen wird müssen‘. Denn an den Schulen passiere viel und es werde viel erst gar nicht zur Anzeige gebracht.“
Thomas Krebs, Vorsitzender Wiener der Pflichtschullehrer, ORF Wien online am 7. Jänner 2019

Schulpolitik kann Wohnpolitik nicht ersetzen:

„Gerade die Frage der Segregation in der Schule ist letztlich immer nur eine Folge von Segregation im Wohnviertel. Da langfristige Maßnahmen zu setzen, wäre sehr wichtig.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

Österreichs Privileg:

„Wir haben ein kostenfreies Schulsystem, das mit gut qualifizierten Lehrkräften operiert. Das ist ein Privileg, verglichen mit den USA oder Großbritannien. Es ist ein offenes Schulsystem, das Chancen generiert, aber sie müssen auch wahrgenommen werden, und die Verantwortung kann man den Eltern auch nicht abnehmen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

20 Jahre, nachdem die VCL diese Forderung erstmals aufgestellt hat:

„Ethik aus dem Schulversuch herauszuholen und als systematisches Fach zu platzieren, ist eine Intention unseres Hauses. Ein guter Einstieg wäre in der Sekundarstufe 2, also in der AHS-Oberstufe. Von dort sollte es über die Sekundarstufe 1 schrittweise hinuntergehen, letztlich bis in die Volksschule.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Tiroler Tageszeitung online am 10. Jänner 2019


Schule „kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren“:

„Schule kann nicht alles kompensieren, was Gesellschafts-, Familien-, Sozial- oder Sicherheitspolitik versäumen. Die Schule ist ohnehin eine der wichtigsten Sicherheitseinrichtungen in diesem Land. Aber Chancengleichheit herstellen kann sie nicht allein, sie kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Wir brauchen jedenfalls mehr Unterstützung und mehr Ressourcen, wenn wir uns wirklich bestmöglich um alle Kinder kümmern sollen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 26. Dezember 2018

Bildung beginnt mit der Geburt:

„Die gelingende Einbeziehung und Aktivierung von Eltern in die frühkindliche und schulische Bildung ist der Schlüssel, denn in der Tat beginnt die Bildungsbiografie mit der Geburt des Kindes!“
Univ.-Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Dezember 2018, S. 5

Finnlands Politik hat „etwas“ schneller reagiert:

„Für Kinder, die zu Hause kein Finnisch oder Schwedisch sprechen, gibt es die Möglichkeit, Extra-Unterricht zu bekommen, eine Art Intensivkurs, bevor sie in die ‚richtige‘ Schule kommen. Dem Weltbildungsbericht zufolge besuchten 2012 fast 80 Prozent der Migrantenkinder (erste Migrantengeneration) mit wenig Finnischkenntnissen solche Kurse.“
Focus online am 10. Dezember 2018

In Summe erfreulich, die Differenz wird aber immer größer:

„Im Dezember gab es erneut weniger Arbeitslose. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 413.936 Personen auf Arbeitssuche, ein Rückgang von 6,7 Prozent gegenüber 2017. […] Bei Inländern ging die Zahl der Arbeitslosen um 8,4 Prozent zurück, bei Ausländern um ein Prozent.“
ORF online am 1. Jänner 2019