Zitate September 2016

Medien-Zitate September 2016

(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Wertschätzung:

„Gerade als Lehrinnen und Lehrer erhalten Sie viel zu selten jene Wertschätzung, die Ihre Arbeit mit den uns anvertrauten Kindern verdient.“
Mag. Johann Heuras, Landesschulratspräsident Niederösterreichs, '
Schreiben an die LehrerInnen Niederösterreichs vom 27. Juni 2016

Finnland:

„People know that if you’ve been trained as a teacher you must really be something special.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, finnischer Bildungsexperte, in McKinsey (Hrsg.),
„Closing the Talent Gap: Attracting and Retaining Top Third Graduates to a Career in Teaching“ (2010), S. 19

Japan:

„They have won the respect of the public and enjoy a high social status, secure positions and good salaries.“
Yasuo Saito, „Distinctive Features of the Japanese Education System“ (2012), S. 5

PISA-Sieger Südkorea:

„On TALIS 2013, 66.5 % of lower secondary teachers in Korea agreed that the teaching profession is valued in society. This is one of the highest figures among participating countries and far above the average of 30.9 %.“
OECD (Hrsg.), „Teacher Remuneration in Latvia. An OECD Perspective“ (2014), S. 166

Österreichs Unterrichtsministerin wollte es gar nicht wissen und ist aus TALIS ausgestiegen.

„Father for life“:

„Teachers rank highly in the hierarchical order of respect in Chinese Confucianism, and there is a saying: once you are my teacher, you are my father for life.“
Dr. Jessica Janice Tang u. a., „The psychosocial work environment and mental health of teachers“
in „Int Arch Occup Environ Health“ (2013), 86, S. 657

„A strong and respected education profession”:

„To build a strong educational system, we need to build a strong and respected education profession.“
Univ.-Prof. Dr. Diane Ravitch, „Reign of Error –
The Hoax of the Privatization Movement and the Danger to America’s Public Schools“ (2013), S. 9

Die Regierungen müssten verstehen …

„‚Ein Volk ohne Bildung – sei es aufgrund von Kriegen oder anderen Motiven – ist ein Volk, das zerfällt.‘ […] Die Regierungen müssten verstehen, wie wichtig die Aufgabe der Lehrtätigkeit für alle sei.“
Papst Franziskus, Videobotschaft an die Teilnehmer des 4. Globalen Bildungsforums,
http://de.radiovaticana.va am 14. März 2016

Verantwortungslose Politik:

„In der Schule spielt sich ein großer Teil der sozialen Interaktion der Kinder ab, wird sozialisiert, also erzogen, in der ein oder anderen Art. Aber Schule gehört zu den Verlierern, wird ständig geprügelt und mit Vorwürfen überhäuft.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin,
www.news4teachers.de am 16. Mai 2016

Wirtshauspolitik beenden!

„Statt auf die Lehrer wegen angeblicher Privilegien einzudreschen, sollte die Politik sich endlich darum kümmern, dass diese auch mit Nachhaltigkeit tun können, wofür sie bezahlt werden: nämlich unterrichten.“
Univ.-Doz. Mag. Dr. Georg Cavallar, Der Standard online am 23. Juni 2016

„Individualisierter Unterricht“:

„Das Lernen im Klassenverband löst sich auf, die Schüler arbeiten an Einzelarbeitsplätzen, am besten per Sichtschutz getrennt und am PC wie in einem Großraumbüro. Der Lehrer unterrichtet nicht mehr, sondern stellt Arbeitsblätter zur Verfügung, verteilt ‚Lernjobs‘ und berät als ‚Coach‘. Die Schüler tragen ihren eigenen Lernfortschritt in Kompetenzraster ein. Das ist das perfekte Modell des in sich selbst investierenden, flexiblen Selbstunternehmers.“
Prof. Dr. Jochen Krautz, „ÖkologiePolitik“, Nr. 169 (2016), S. 18

Wirklichkeitsfremde Vorstellungen:

„Dem Menschenbild der progressiven Pädagogik liegt die Vorstellung zugrunde, alle Schüler, auch die minder begabten, könnten die in ihnen schlummernden Potenziale nur dann voll ausschöpfen, wenn sie sich nur von den Fesseln des ‚gelenkten‘ Unterrichts befreiten. Die ‚Befreiung‘ führt aber häufig zu einer Benachteiligung derer, die der helfenden Hand des Lehrers besonders bedürfen.“
Rainer Werner, Die Welt online am 21. Mai 2013

„Selbstgesteuertes Lernen“:

„Eine Schule, die sich dieser Ideologie andient, möglicherweise ohne dass die in ihr Handelnden dies durchschauen, hat in meinen Augen versagt, denn sie sollte ein Schonraum für Lern- und Entwicklungsprozesse sein und ihren Schülern verschiedene Zugänge zur Welt eröffnen, statt sie zu ‚Selbstunternehmern‘ abzurichten.“
Prof. Dr. Karl-Heinz Dammer, Wirtschaftswoche online am 28. September 2016

Struktur hilft Leistungsschwächeren am meisten:

„Gerade leistungsschwächere und jüngere Kinder profitieren von einem klar strukturierten Unterricht. Gerhard Roth, einer der führenden deutschen Hirnforscher bestätigt dies eindrucksvoll.“
Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, „Keine Experimente mit unseren Kindern“,
Referat vom 15. September 2016 in Götzis

Besserwissen statt Besserwisserei:

„Von seinem Freund und Kumpel erwartet man Unterstützung, gemeinsames Ausprobieren, aber keinen Unterricht, keine Besserwisserei. Aber Besserwissen zeichnet den Lehrer aus. Er muss Kompetenz ausstrahlen, ohne dass das Besserwissen in Besserwisserei ausartet.“
Univ.-Prof. DDr. Gerhard Roth, „Bildung braucht Persönlichkeit – Wie Lernen gelingt“ (2011), S. 288

Worauf es ankommt :

„Die Klassiker des ‚group management‘ […] haben gezeigt, dass es darauf ankommt, dem Schüler das Gefühl zu geben, dass er an einem gut organisierten, von Störungen und Leerlauf freien Lernprozess teilhat.“
Univ.-Prof. Dr. Rainer Dollase, „Lehrer-Schüler Beziehungen und die Lehrerpersönlichkeit – wie stark ist ihr empirischer Einfluss auf Leistung und Sozialverhalten?“ in Krautz u.a. (Hrsg.), „Persönlichkeit und Beziehung als Grundlage der Pädagogik“ (2013), S. 89

Auch Hattie bestätigt Rolle der LehrerInnen:

„Im Zentrum steht ein Lehrer, für den allerdings seine Schüler im Zentrum stehen. Er muss ihr Lernen sehen können, um sein Lehren daran orientieren zu können.“
Univ.-Prof. Dr. Ewald Terhart, „Hat John Hattie tatsächlich den Heiligen Gral der Schul- und Unterrichtsforschung gefunden? Eine Auseinandersetzung mit Visible Learning.“ in „Keiner u. a. (Hrsg.): „Metamorphosen der Bildung. Historie, Empirie, Theorie“ (2011)

Hattie rehabilitiert direkten Unterricht:

„Du brauchst dich nicht dafür zu schämen, dass du Schüler belehren willst. Das Frontalunterricht-Tabu ist hiermit offiziell aufgehoben.“
Jochen Grell, „Das direkte Unterrichten und seine Feinde“, in BELTZ (Hrsg.),
PÄDAGOGIK, 66. Jahrgang, Heft 1, 2014, S. 37

Bildungswissenschaft bestätigt Praxis:

„Ganz offensichtlich gehen an zahlreichen Systemveränderern wissenschaftliche Erkenntnisse wie die der Hattie-Studie vollkommen vorbei, wenn sie beispielsweise den Frontalunterricht verteufeln.“
Ingrid Ritt, Sprecherin der „Initiative differenziertes Schulwesen“, Presseaussendung vom 24. Juli 2013

Widerstand gegen Bevormundung:

„Wir sollten uns nicht länger selbst verleugnen und Legendenbildungen um die sogenannte ‚moderne Pädagogik‘ beenden. Dass Veränderungen immer auch Verbesserungen sind, glaubt sowieso keiner mehr.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom April 2016, S. 8

Bekenntnis zur Vielfalt:

„In Österreich haben wir ein sehr breites Spektrum, was auch begrüßenswert ist, weil man so auf jedes Talent eingehen kann.“
Harald Zierfuß, seit 25. September 2016 Österreichs Bundesschulsprecher,
Standard online am 26. September 2016

Reformbedarf bei der Regierung:

„Es passiert vor Ort in den Schulen unheimlich viel Positives. Aber es mangelt an Ressourcen.“
Gernot Schreyer, Akad. FDL, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren
und höheren Schulen, Die Presse online am 26. Jänner 2016

Die von Schule unmittelbar Betroffenen wissen um die Qualität:

„Die Schulzufriedenheit in Österreich ist sehr hoch, die meisten Schüler und Eltern würden wieder dieselbe Schulwahl treffen.“
HR Mag. Dr. Thomas Plankensteiner, Landesschulinspektor der AHS Tirol,
www.progymnasium.at am 19. September 2016

Vorzugszeugnis für Vorarlbergs LehrerInnen:

„Eindrücklich ist die hohe Anzahl der Eltern, die ihr Kind an der jeweiligen Schule in guten Händen wissen: 91 % der Eltern NMS und 90% der Eltern AHS können dies bejahen. 85 % der Eltern NMS und 88 % der Eltern AHS würden ihr Kind auch an dieser Schule wieder anmelden.“
Dr. Gabriele Böheim-Galehr u. a., „Schule der 10- bis 14-Jährigen in Vorarlberg. Entwicklungen,
Bildungshaltungen und Bildungserwartungen. Projektbericht Band 1“ (2014), S. 74

Das Schulwesen aus den Händen der „BildungsexpertInnen“ befreien:

„Die wahren Expertinnen und Experten, die Schüler-, Eltern- und Lehrervertretungen, müssen endlich Entscheidungen treffen können. Sie wissen am besten, was gut und was verbesserungswürdig an unserem Bildungssystem ist.“
Maximilian Gnesda, Bundesschulsprecher a. D., Presseaussendung vom 13. November 2015

Eine kranke Diskussion:

„Krank ist nicht die Schule, krank sind nicht die Lehrerinnen und Lehrer. Aber krank ist eine Bildungsdiskussion, die mehr und mehr an Sitcoms erinnert.“
Mag. Dr. Kurt Scholz, SSR-Präsident a. D., Die Presse online am 18. April 2016

Ergebnis eines weltweiten Vergleichs von 29 wohlhabenden Staaten:

„In Austria, France, Hungary and the Netherlands children are least pressured by school work and are also in the best performing group in liking school a lot. Contrast this with Finland which has one of the highest proportions of young people feeling pressured by school work and one of the lowest proportions of liking school a lot.“
UNICEF (Hrsg.), „Children’s Subjective Well-being in Rich Countries“ (2013), S. 13

„Teachers do an exceptional job“:

„In any profession (e.g. business or politics or education), you’ll find assorted deadbeats and lunatics and such, some even holding positions of extreme power. But in the aggregate I believe our teachers do an exceptional job. Underpaid and underappreciated.“
Dr. Victor Lipman, „The (Underrated) Leadership Qualities Of Teachers“,
http://www.forbes.com am 8. August 2016

Wertschätzender Dank an die LehrerInnen:

„Mediale Diskussionen rund um das Bildungsreformpaket, die Zentralmatura, Pisa-Test und Bildungsstandards und vieles mehr zeichnen ein falsches Bild von unseren Schulen. Für mich und für Sie steht das Kind im Mittelpunkt unseres Handelns. Dafür engagieren wir uns und für dieses Engagement möchte ich Ihnen danken.
Mag. Johann Heuras, Landesschulratspräsident Niederösterreichs,
Schreiben an die LehrerInnen Niederösterreichs vom 27. Juni 2016

Rückblick auf ein dunkles Kapitel österreichischer Schulgeschichte:

„Die öffentliche Skepsis Lehrern gegenüber schien den jeweiligen Bildungsministerinnen nicht ganz ungelegen zu kommen. Des gesellschaftlichen Rückhalts konnten sie sich bei Vorhaben wie der Erhöhung der Lehrerarbeitszeit somit nämlich sicher sein.“
Mag. Julia Neuhauser, Die Presse online am 30. Juni 2016

15-Jährige mit Migrationshintergrund bleiben in Europas Norden immer weiter zurück:

„In Scandinavia, relatively stark differences can be found between immigrants’ and natives’ educational success; especially for first-generation immigrants, differences increased significantly between 2000 and 2012.“
Mag. Dr. Bernhard Riederer u. a., „Changes in the Educational Achievement of Immigrant Youth in Western Societies“ in „European Sociological Review“, 2015, Vol. 31, No. 5, S. 634

Leistungsrückstand 15-Jähriger mit Migrationshintergrund auf einheimische 15-Jährige in der Lesekompetenz (in PISA-Punkten; Stand PISA 2012):

Deutschland:
Österreich:
Schweden:
Finnland:
49
51
63
93
Mag. Dr. Bernhard Riederer u. a., „Changes in the Educational Achievement of Immigrant Youth in Western Societies“ in „European Sociological Review“, 2015, Vol. 31, No. 5, S. 636

Hoffentlich verstehen das Österreichs „BildungsexpertInnen“:

„As was to be expected, the effect of the quality of the school system on immigrant students’ reading proficiency is positive.“
Mag. Dr. Bernhard Riederer u. a., „Changes in the Educational Achievement of Immigrant Youth in Western Societies“ in „European Sociological Review“, 2015, Vol. 31, No. 5, S. 636

Die 5 OECD-Staaten, in denen 15-Jährige mit Migrationshintergrund bei PISA 2012 die schwächsten Mathematikleistungen erbrachten:


1. Mexico:
2. Griechenland:
3. Schweden:
4. Finnland:
5. Spanien
Zum Vergleich:
Österreich:
Deutschland:
PISA-Punkte
343
408
432
439
439
 
457
475
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 53“ (Juli 2015), S. 3

Die Situation von MigrantInnen am Ende der schwedischen Gesamtschule:

„A high proportion (59.2 %) of first generation migrants do not achieve the baseline in mathematics.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2015 - Country analysis“ (2015), S. 263

Massen von SchulabbrecherInnen in Schweden:

„As few as one in every two of those young migrants who arrive after the start of compulsory school manage to qualify for upper-secondary school and among new arrivals (those who arrived less than four years prior to the end of compulsory school) the figure falls below one in three.“
OECD (Hrsg.), „Working Together: Skills and Labour Market Integration of Immigrants and their Children in Sweden“ (2016), S. 90

Gesamtschulwesen am Ende:

„Das traditionelle Gesamtschulland Schweden, das einen ähnlich hohen Migrantenanteil wie Österreich aufweist, ist inzwischen gescheitert und erklärt sein dramatisch sinkendes Schulniveau unverhohlen mit der Zuwanderung!“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied des ZA-AHS, ÖPU, Leserbrief an die Presse vom 16. März 2016

Anteil der SchülerInnen mit Migrationshintergrund (Stand PISA 2012):

Finnland:
Deutschland:
Schweden:
Österreich:
3 %
13 %
15 %
16 %
OECD (Hrsg.), „Excellence through Equity: Giving Every Student the Chance to Succeed“ (2013), S. 73

Finnlands Einheitsschule scheitert schon an extrem wenigen SchülerInnen mit Migrationshintergrund:

„‚Die finnische Chancengleichheit ist ein Mythos‘, sagte Dervin (Anm.: Univ.-Prof. Dr. Fred Dervin, Universität Helsinki) kürzlich bei einem Bildungsdialog der finnischen Botschaft in Berlin und der Friedrich-Ebert-Stiftung.“
Tagesspiegel online am 30. April 2014

Zeit und Muße für Familien:

„Damit die Kinder von heute auch morgen unsere Demokratie tragen, ist es notwendig, dass sie in Sicherheit und geliebt aufwachsen. Deshalb muss es Eltern möglich sein, in den ersten Lebensjahren ausreichend Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Im Elternhaus lernen Kinder wichtige Grundfertigkeiten. Das benötigt Zeit und Muße.“
Mag. Bernhard Baier, Präsident des österreichischen Famlienbundes,
Aussendung vom 22. September 2016

Elternhaus als erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Internationalen Erhebungen zufolge spielt der familiäre Hintergrund und entsprechende sozioökonomische Status, das Bildungsniveau der Eltern, die Tatsache, dass die Unterrichtssprache für die Lernenden möglicherweise eine zweite oder zusätzliche Sprache ist, für das Niveau der Leseleistungen von Schülern eine signifikante Rolle.“
Eurydice (Hrsg.), „Leseerziehung in Europa“ (2011), S. 131

Enorme Entwicklungsunterschiede mit 4:

„There are measurable differences between how children in lower-income families and their middle-class peers develop and learn. By the time a child in a very low-income family reaches age 4, she will have heard only two words for every seven that a child in a higher-income family has heard.“
The Annie E. Casey Foundation (Hrsg.), „The First Eight Years“ (2013), S. 6

„Oft fehlt es an Halt“:

„Die soziale Binde- und Haltefunktion der Familien hat abgenommen. In Berlin wachsen rund 30 Prozent der Kinder mit nur einem Elternteil auf. Die Trennung der Eltern ist immer eine emotionale Belastung für die Kinder.“
Klaus Seyfried, Leiter des Schulpsychologischen Beratungszentrums Tempelhof-Schöneberg in Berlin,
Tagesspiegel online am 4. Juli 2016

„Family learning matters“:

„Parental engagement in family learning has a large and positive impact on children’s learning, giving children greater confidence and self-belief, with measurable benefits to their literacy, language and numeracy skills.“
NIACE (Hrsg.), „Family Learning Works“ (2013), S. 7

„The quality of parenting“:

„The proper measure of disadvantage is not necessarily family poverty or parental education. The available evidence suggests that the quality of parenting is the important scarce resource.“
Univ.-Prof. James Heckman, Nobelpreisträger des Jahres 2000 für Wirtschaftswissenschaften,
bostonreview.net am 1. September 2012

In all countries and economies:

„In all countries and economies, the children of parents who do not think reading is a waste of time or who spend more time reading at home for enjoyment have significantly higher scores in reading.“
Dr. Francesca Borgonovi u.a., „Parental Involvement in Selected PISA Countries and Economies“ (2012), S. 27

Elternhaus als erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Wenn sich der Bildungserfolg so maßgeblich in den Familien entscheidet, dann müssen wir auch bei den Familien ansetzen. Dann müssen Familien ermutigt werden, sich stärker für das Fortkommen ihrer Kinder zu interessieren, und darauf achten, dass sie ihre Freizeit sinnvoll verbringen. Dafür ist oft kein ausreichendes Bewusstsein vorhanden.“
Joachim Gauck, Bundespräsident Deutschlands, Ansprache zum Bildungstag der ZEIT-Stiftung,
Hamburg am 6. November 2015

Familien stärken:

„Helping parents do a better job seems a more time-consuming and complex task than simply supplementing their efforts. But it may in fact be the only way to properly address the parenting gap and its negative consequences.“
Dr. Richard Reeves u. a., „The Parenting Gap“ (2013), S. 2

Überforderung von Schule:

„Keine Schule und keine Lehrkraft kann das reparieren oder auch nur ausgleichen, was gesamtgesellschaftlich defizitär ist oder falsch läuft.“
Dr. Horst Günther Klitzing, „Gegen Radikalisierung? Bildung und Vermittlung von Werten in Schule“
in „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Juni 2016, S. 14

„Experte“ will Personalvertretung der LehrerInnen weitestgehend abschaffen:

„In einem Positionspapier zur Bildungsreform hat der Politologe und Pädagoge Lorenz Lassnigg vom Institut für Höhere Studien (IHS) vorgeschlagen, dass sich die Personalvertretung der Lehrer künftig nur mehr um Besoldungsrecht und Arbeitszeiten kümmern solle.“
Der Standard online am 21. September 2016

Knapp, aber zutreffend:

„Ich muss nicht zu jedem Schwachsinn etwas sagen.“
Mag. Dr. Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Der Standard online am 21. September 2016

Höflich ausgedrückt:

„Bei den von mir kritisierten Bildungsexperten ist der wissenschaftliche Status mitunter ja etwas uneindeutig.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Wiener Zeitung vom 9. Oktober 2014

Lassnigg, Kapsch, Androsch, Salcher, Österreichs „Experten“-Quartett:

„Wir werden uns das Recht zur Vertretung nicht nehmen lassen. Wir lassen uns sicher nicht von außen sagen, wozu wir uns äußern und wozu nicht."
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 21. September 2016

Wider die Arroganz der Politik:

„Schon jetzt sind die direkt von den Reformen Betroffenen kaum in die Verhandlungen eingebunden. […] Unsere Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft war immer sehr gut."
Maximilian Gnesda, Bundesschulsprecher, Der Standard online am 21. September 2016

Die Hypothek pädagogischer Berufe

„Jeder kann über Pädagogik sprechen, ohne Ahnung vom Fach und den damit verbundenen disziplinären Grundlagen zu haben.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer in Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin u. a.,
„Auf dem Weg in eine neue deutsche Bildungskatastrophe“ (2015), S. 7

Fahrlässiger Umgang mit dem höchsten Gut:

„Wir überantworten den Schulen jedes Jahr aufs Neue unser höchstes Gut, unsere Kinder. Doch bei der Beurteilung der Schulen verlassen wir uns lieber auf das meist vernichtende Urteil selbst ernannter Bildungsexperten, die einzig die Verkaufszahlen ihrer Bücher im Blick haben.“
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher der AHS-Gewerkschaft. Kronen Zeitung online am 7. September 2016

„Die Praxis der Unbildung in ihrer pathologisch-schwärmerischen Gestalt“:

„Die Tragik des Bildungsexperten liegt darin, dass viele seiner Rufe von der Bildungspolitik mit Wohlgefallen gehört und aufgegriffen werden, in der Wirklichkeit aber sich durch die davon abgeleiteten Reformen das Gegenteil von dem abzeichnet, was sich der Bildungsexperte erträumte. Im Bildungsexperten zeigt sich so die Praxis der Unbildung in ihrer pathologisch-schwärmerischen Gestalt.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 43

Österreichs Schulpolitik war sehr schlecht beraten:

„Echte Experten gibt es nämlich auf dem gut besuchten Tummelplatz der Bildungsdiskussion nur wenige; selbstherrliche Wichtigtuer und falsche Propheten gibt es hingegen viele. […] Auf einige dieser Wichtigtuer und Propheten hat die Bildungspolitik im letzten Jahrzehnt allzu bereitwillig gehört.“
HR Mag. Dr. Christian Schacherreiter, Direktor des Peuerbach-Gymnasiums in Linz i. R.,
„thema GYMNASIUM“ (Printmedium der ÖPU Oberösterreich) vom Juni 2016, Seite 1

In der 4. Steirischen Jugendstudie gaben zwischen 80 % und 85 % der SchülerInnen ihrer jeweiligen Schulart ein „Sehr gut“ oder „Gut“!

„Die Bildungspolitik sollte im Sinn von Empowerment der Lehrerschaft das überraschend positive Bild der Schul- und Lehrlingsausbildung aus der Sicht der steirischen Jugend öffentlich ebenso engagiert kommunizieren, wie die selbst ernannten BildungsexpertInnen ihre in meist rabiater Rhetorik hervorgebrachten Abgesänge und Pauschalverurteilungen auf Schule medial lautstark kundtun.“
Dr. Christian Scharinger u. a., „4. Steirische Jugendstudie 2014“ (2014), S. 9

Basis für Bildungserfolg:

„Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen – egal ob Österreicher oder Migranten – brauchen eine frühzeitige Förderung: Nur so ist sichergestellt, dass unsere Kinder bis zum Ende der Volksschule die Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen beherrschen.“
NR-Abg. Brigitte Jank, Bildungssprecherin der ÖVP, Presseaussendung vom 11. September 2016

Letzter Platz für Österreich bei der Integration:

„In Austria 78 % of immigrant children speak a foreign language at home, the highest share among all countries.“
Univ.-Prof. Dr. Christian Dustmann u. a., „Educational achievement of second-generation immigrants:
an international comparison“ in „Economic Policy“ vom Jänner 2012, S. 159

„The single most important factor“:

„A foreign language spoken at home is the single most important factor associated with the achievement gap.“
Univ.-Prof. Dr. Christian Dustmann u. a., „Educational achievement of second-generation immigrants:
an international comparison“ in „Economic Policy“ vom Jänner 2012, S. 143

Von den 25- bis 44-Jährigen mit Eltern, die beide keinen erfolgreichen Abschluss der Sekundarstufe II erreicht haben, haben ebenfalls keinen erfolgreichen Abschluss der Sekundarstufe II (Stand 2012):



Österreich:
internationaler Mittelwert:
ohne
 Migrationshintergrund
16,2 %
27,0 %
beide Elternteile im
Ausland geboren
49,8 %
36,7 %
OECD (Hrsg.), „Education at a Glance 2016“ (2016), Table A4.3

Österreichs Schulwesen ermöglicht Aufstieg wie kaum ein anderes. Die jahrzehntelang unterlassene Integrationspolitik aber hat Menschen mit Migrationshintergrund diese Chance in hohem Maß geraubt.

Auf die Umgangssprache kommt es an:

„Kinder mit Migrationserfahrung, die mit ihren Eltern zu Hause Deutsch sprechen, weisen nicht nur in sprachbezogenen Untersuchungen bessere Leistungen auf, sondern auch in Studien, die andere für die Schule zentrale Kompetenzen in den Blick nehmen.“
Univ.-Prof. Dr. Knut Schwippert u. a., „Lesekompetenzen von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund“ in Bos u. a., „IGLU 2011 - Lesekompetenzen von Grundschulkindern in Deutschland im internationalen Vergleich“ (2012), S. 192

Chancen nutzen:

„Mehr noch als der Arbeitsmarkt ist das Bildungssystem der Schlüssel für eine gelingende Integration. Vor allem die Versäumnisse im frühen Kindesalter sind nicht wieder aufzuholen.“
Die Welt online am 12. Mai 2016

Zusätzlicher Unterricht zur Sprachförderung:

„An increasing number of children receive extra lessons in their second language during extended school hours.“
Univ.-Prof. Dr. Maurice Crul u. a., „super diversity“ (2013), S. 41

Kindergartenpflicht für Flüchtlingskinder ab drei Jahren:

„Insgesamt zeigt sich, dass Lehrkräfte vielen Bildungsreformen zur Integration von Flüchtlingen noch deutlich positiver gegenüberstehen als die Gesamtbevölkerung. So sprechen sich 82 % der LehrerInnen für eine Kindergartenpflicht für Flüchtlingskinder ab drei Jahren aus, in der Gesamtbevölkerung sind es 56 %.“
Univ.-Prof. Dr. Ludger Wößmann u. a., ifo-Schnelldienst 17/2016 vom 15. September 2016, S. 42

Sprachkenntnisse unverzichtbar:

„Wer nicht kommunizieren, sich nicht ausdrücken und andere nicht verstehen kann, der bleibt einer Gesellschaft fremd.“
Heinz Buschkowsky, „Die andere Gesellschaft“ (2014), S. 200

Investitionen in die Schule:

„Wenn das Problem der Radikalisierung so dringend wie bedrängend ist, müssen die Verantwortlichen auch die notwendigen Konsequenzen ziehen und investieren, nicht nur bei den Sicherheitskräften und bei der Polizei, sondern ebenso bei den Schulen!“
Dr. Horst Günther Klitzing, „Gegen Radikalisierung? Bildung und Vermittlung von Werten in Schule“
in „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Juni 2016, S. 16

Eine große zusätzliche Herausforderung für Österreichs Schulwesen:

„Österreichweit wird es im neuen Schuljahr voraussichtlich rund 14.200 Flüchtlingskinder geben. Ende des vergangenen Schuljahres besuchten die meisten davon Schulen in Niederösterreich (3400), gefolgt von Wien (3200) und Oberösterreich (2100).“
Die Presse vom 2. September 2016

Asylanerkennungen des Jahres 2015 (je 1000 EinwohnerInnen):

Deutschland:
Österreich:
Zum Vergleich:
Niederlande:
Frankreich:
Großbritannien:
1,75 %
1,67 %

0,41 %
0,31 %
0,23 %
Statistik Austria (Hrsg.), „migration & integration - zahlen.daten.indikatoren 2016“ (2016), S. 389

Sprachkenntnis unverzichtbare Voraussetzung:

„Es sei eine Illusion zu glauben, man müsse alle in Regelklassen unterbringen. Sie könnten dem Unterricht nicht folgen und müssten zuerst einmal Deutsch lernen.“
Mag. Johann Heuras, Landesschulratspräsident Niederösterreichs, ORF online am 3. Juni 2016

Wertschätzung:

„Man kann nicht jedes Problem der Schule überantworten. Wobei ich auch anmerken muss: Wie die Pädagogen die überraschende Flüchtlingswelle im Vollbetrieb gemeistert haben, war schon gut.“
Mag. Thomas Stelzer, stv. Landeshauptmann Oberösterreichs, Kurier online am 12. September 2016

Gebot der Stunde:

„Deutsch-Vorbereitungsklassen für alle Kinder mit sprachrelevanten Defiziten sind das Gebot der Stunde.“
Mag. Gernot Blümel, Obmann der ÖVP-Wien, Presseaussendung vom 7. April 2016

Bildung gelingen lassen:

„Es ist schlicht und ergreifend gerade für den Ballungsraum der bessere Weg, die Kinder zunächst fit zu machen in der Sprache als sie einfach im Unterricht in der letzten Reihe hinten sitzen zu haben, ohne dass sie ein Wort verstehen.“
Sebastian Kurz, Außen- und Integrationsminister,
BundeslehrerInnen-Tag 2016 der ÖPU/FCG, Linz am 3. März 2016

Altersadäquate Wege gehen:

„Die Schüler müssten ein bis zwei Jahre in Brückenklassen vorbereitet werden, die älteren müssten in Berufsvorbereitungsklassen.“
Josef Kraus, Präsident des deutschen Lehrerverbands, www.tagesschau.de am 16. Februar 2016

Mehr als 80 Prozent der Deutschen wünschen Vorbereitungsklassen für Flüchtlinge:

„Das ist sachgerecht, weil Sprache der Schlüssel für die Teilnahme am Unterricht ist, aber auch der zur Integration. […] In den Vorbereitungsklassen können sich die Flüchtlingskinder zunächst ganz auf den Spracherwerb konzentrieren und anschließend den regulären Unterricht besser verstehen.“
LT-Abg. Mike Mohring, Thüringens CDU-Fraktionschef,
http://www.kyffhaeuser-nachrichten.de am 15. Februar 2016

Wie wahr:

„Die erfolgreiche Aufnahme der Flüchtlinge in unser Schulwesen ist eine der größten Herausforderungen im Bildungssystem - und erfordert Geld, Personal sowie Engagement. Und viel Geduld - von allen Seiten.“
Krone online am 3. Juni 2016

„Investition in die Zukunft“:

„Es ist unbedingt notwendig, Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte dabei zu unterstützen, so rasch wie möglich in der Gesellschaft Fuß zu fassen und ihnen Perspektiven zu geben. Integration ist eine Investition in die Zukunft.“
Dr. Wilfried Haslauer, Landeshauptmann Salzburgs, www.salzburg24.at am 3. März 2016

Schulpolitische Umkehr notwendig:

„In der Öffentlichkeit muss ein Klima geschaffen werden bzw. das Bewusstsein, dass Schule nicht Spielball einer hedonistischen Konsum- und Spaßgesellschaft sein darf. In demokratischen Systemen sind Verantwortungsbewusstsein, Freude an Wissenserwerb und Leistung wesentliche Grundvoraussetzungen für Aufstieg und Erfolg!“
Dr. Josef Gappmaier, Vorsitzender der ÖPU Oberösterreich, „thema GYMNASIUM“
(Printmedium der ÖPU Oberösterreich) vom Juni 2016, Seite 4

Leistungsorientierung fördert sozialen Aufstieg:

„Schulische Leistungsorientierung ist keineswegs per se traumatisierend, sondern in der Regel reifungsfördernd – gerade sie ermöglicht manchem Kind den sozialen Aufstieg.“
Dr. Michael Felten, „Nur Lernbegleiter? Unsinn, Lehrer! Lob der Unterrichtslenkung“ (2016), S. 114

Pseudo-Pädagogik der Illusionen:

„Die Zuversicht aufgrund des eigenen Leistungsvermögen aktiv etwas erreichen zu können, weicht mehr und mehr dem Glauben an die unbegrenzten Möglichkeiten der passiv erfahrbaren, individuellen Förderung.“
Michael Eich, Chefredakteur der Zeitschrift „Reale Bildung in Rheinland-Pfalz“, www.news4teachers.de am 7. November 2015

Daumenlutscher-Pädagogik:

„Nichts gegen Spaß, ich glaube, in meinem Unterricht (und in meinen Konferenzen) ist relativ viel gelacht worden. Aber wer seine Lernprozesse auf Spaß & Lust beschränken will, bleibt sein Leben lang bildungsmäßig ein Daumenlutscher.“
HR Mag. Dr. Christian Schacherreiter, Direktor des Peuerbach-Gymnasiums in Linz, „thema GYMNASIUM“
(Printmedium der ÖPU Oberösterreich) vom Juni 2016, Seite 1

Junge Menschen wachsen lassen:

„Enthalten wir unseren Kindern möglicherweise vor, dass gute Leistungen und Kreativität für die meisten Menschen nicht ohne Anstrengung zu erreichen sind – eine ‚gute‘ Anstrengung, an der Menschen wachsen und die nicht mit Überforderung gleichzusetzen ist?“
Dr. Christine Henry-Huthmacher u. a., „Ausbildungsreife & Studierfähigkeit“ (2016), S. 7

Engagierte Arbeit an der Begabung:

„Viele Studien zeigen, dass Potenzialentfaltung nur dann gelingt, wenn über Jahre hinweg engagiert an der Begabung gearbeitet wird. Je früher, desto besser, je intensiver, desto besser, je länger, desto besser – fasste der an der Universität Zürich tätige Professor für Neuropsychologie Lutz Jäncke einige der wichtigsten Faktoren für den Lernerfolg zusammen.“
Deutschlandfunk online am 16. Juli 2015

Freude an der Leistung:

„‚Schule soll zur Anstrengung anhalten, um die Schüler auf das spätere Berufsleben vorzubereiten.‘ Zu Erfolgsaussichten würden Chancen schließlich erst durch Anstrengung. Und schließlich bereite Leistung gerade jungen Menschen auch Freude, weil sie etwas sehr Individuelles sei.“
Josef Kraus, Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes, dtoday.de am 29. Mai 2013

Eine gemeinsame Anstrengung:

„Schools need to communicate their academic emphasis through clear and rigorous academic goals, and school administrators and teachers need to support these goals and believe that students can attain them. The effect of aiming for students’ high achievement is greatest when there is a collective influence, including parents and the students themselves.“
IEA (Hrsg.), „TIMSS and PIRLS 2011: Relationships among reading, mathematics, and science achievement at the fourth grade“ (2013), S. 114

Talente wachsen lassen:

„Nicht die Hürden niedriger machen, sondern die Muskeln stärken!“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“ (GBW; http://bildung-wissen.eu), „Leistungsdruck oder Erleichterungspädagogik? Ansprüche der Schule“, Vortrag an der Universität Wien vom 14. Oktober 2015

Stolz auf die eigene Leistung:

„Leistung sollte etwas sein, worauf man stolz sein kann. Alle sind auf erfolgreiche Fußballer und Skifahrer stolz, im Schulbereich sollte das genauso sein."
Mag. Thomas Stelzer, stv. Landeshauptmann und Bildungslandesrat Oberösterreichs,
Oberösterreichische Nachrichten online am 4. Juli 2016

Leistungsstarke nicht aus dem Blick verlieren:

„Wir haben in den letzten Jahren viel unternommen, leistungsschwächere Schülerinnen und Schülern besser zu fördern, und das nicht ohne Erfolg, wie Bildungsstudien zeigen. Zugleich dürfen wir aber nicht die Leistungsstarken aus dem Blick verlieren. Das wäre gegenüber diesen Schülern ebenso ungerecht.“
Brunhild Kurth, Kultusministerin Sachsens, bildungsklick.de am 25. August 2016

Auch besondere Begabungen bedürfen der Förderung:

„Werden derartige Fähigkeiten auf Dauer ignoriert oder bleiben unerkannt, sind nicht nur individuelle Entwicklungsmöglichkeiten gefährdet, sondern es kann auch zu Verhaltensauffälligkeiten und störendem Verhalten der betreffenden Kinder kommen.“
Prof. Dr. Gabriele Weigand, „Begabung oder Hochbegabung?“ in Weigand u. a., „Personenorientierte Begabungsförderung“ (2014), S. 45

Im Interesse der gesamten Gesellschaft:

„So wie leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler einer besonderen Förderung bedürfen, so müssen leistungsstärkere ebenso gefordert und gefördert werden, nicht zuletzt deshalb, damit sie ihre besonderen Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten in den Dienst von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in eine mit immer komplexeren Problemstellungen befasste Welt einbringen können.“
Univ.-Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, „Das Gymnasium in Bayern“ vom Februar 2016, S. 16

Bayern:

„Die Investition in die Förderung hochbegabter und speziell talentierter Kinder und Jugendlicher muss im ganzen Schulwesen erhöht werden.“
Prof. Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair, Bayerns Kultusminister a. D. (Hrsg.),
„Zukunft durch Bildung – Bildung für die Zukunft“ (2013), S. 38

Unterforderung besonders Begabter beenden!

„Unsere Stadt braucht alle Talente, das gilt auch für besonders begabte und hochbegabte Kinder.“
Ties Rabe, sozialdemokratischer Bildungssenator Hamburgs, Die Welt online am 1. Dezember 2015

Niederlande:

„There are a range of recent evaluation and assessment initiatives in the Netherlands that can be described as pursuing excellence through differentiation.“
OECD (Hrsg.), „Reviews of Evaluation and Assessment in Education: Netherlands“ (2014), S. 41

Besonders Begabte von der Schulpolitik systematisch diskriminiert:

„Dahinter steht offenbar die Hoffnung, dass diese ihre Begabungen von selbst entwickeln. Aber erstens ist dies rechtswidrig, zweitens faktisch falsch und drittens langfristig schädigend.“
Presseaussendung des Österreichischen Zentrums für Begabtenförderung und Begabungsforschung (ÖZBF) vom 23. Juni 2016

Anteil der 10-Jährigen, die bei PIRLS und TIMSS in allen drei Bereichen (Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften) sehr gute Leistungen („Advanced Benchmark“) errreicht haben:

Finnland:
Nordirland:
Ungarn:
Internat. Mittelwert:
Deutschland:
Italien:
Österreich:
13,1 %
10,6 %
9,2 %
5,1 %
4,7 %
4,6 %
2,7 %
Dr. Heike Wendt u. a., „Subject specific strength and weaknesses of fourth grade students in Europe“ (2016), S. 15

Auf die Begabungsförderung wurde in Österreichs Nationalem Bildungsbericht „vergessen“:

„Neuesten wissenschaftlichen Schätzungen zufolge haben ca. 20 Prozent eines jeden Jahrgangs das Potenzial zu Spitzenleistungen – wenn die Förderbedingungen passen. […] ‚Diese Schüler brauchen aber eben auch individuelle Förderung. Umso bedenklicher finden wir es, dass die Autoren des Bildungsberichts, wenn sie von ‚individueller Förderung‘ schreiben, ausschließlich die Förderung von leistungsschwächeren Schülern meinen.‘“
MMag. Dr. Claudia Resch, Geschäftsführerin des Österreichischen Zentrums für
Begabtenförderung und Begabungsforschung (ÖZBF), Presseaussendung vom 23. Juni 2016

Kommt es endlich zum Umdenken?

„Was wir aus Studien wissen, ist, dass wir viele Kinder haben, für die das System noch viel zu wenig schafft, um sie wirklich an ihr kreatives Limit zu bringen – da gibt es Verbesserungsbedarf.“
BM Mag. Dr. Sonja Hammerschmid, Madonna online am 2. Juli 2016

Basis für Erfolg:

„Trust in the system impacts not only the functioning of the system, but also the actions of individual actors in the system.“
OECD (Hrsg.), „Governing Education in a Complex World“ (2016), S. 222

Das Charakteristikum der finnischen Schule:

„Finnish education is characterised by a high level of trust in all the parties concerned, in particular teachers. This enables highly trained individuals to perform well and to remain highly motivated.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2015 - Country analysis“ (2015), S. 90

Seit über zwei Jahrzehnten:

„In the early 1990s, the era of a trust-based school culture formally started in Finland. The culture of trust means that education authorities and political leaders believe that teachers, together with principals, parents and their communities, know how to provide the best possible education for their children and youth.“
OECD (Hrsg.), „Lessons from PISA for Korea“ (2014), S. 176

„Attaining the best outcomes for pupils“:

„When trust in professionals disappears, the responsibilities that these professionals bear are also at risk. […] Trusting in the professionalism of teachers and school principals means giving schools greater latitude in attaining the best outcomes for pupils.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, finnischer Bildungsexperte, „Rethinking accountability in a knowledge society“
in „Journal of Educational Change“ (2010), S. 58

Angst vor Freiheit:

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – dieses Prinzip Lenins bestimmt auch die gegenwärtigen Vorstellungen über eine Rechenschaftspflicht der Schule.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Brügelmann, „Vermessene Schulen – standardisierte Schüler“ (2015), S. 101

Kontrollwahn:

„Ein Steuerungswahn macht sich breit, der suggeriert, durch Intensivierung der Kontrolle lasse sich erreichen, was durch Vertrauen in die Professionalität des Lehrerhandelns nicht erreichbar sei.“
Univ.-Prof. Dr. Walter Herzog, Neue Zürcher Zeitung online am 7. Dezember 2015

Architekten der Zukunft:

„Die Bildungsreform sollte vor allem ein wichtiges Signal aussenden: Unsere Lehrer sind keine Hilfsarbeiter, sondern die Architekten unserer Zukunft. Deshalb sollten sie das Vertrauen bekommen, das sie verdienen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE Lehrer, Die Presse vom 4. November 2015

Vertrauen wirkt:

„Although often neglected, high levels of trust enable smoother system functioning and facilitate the governance process.“
OECD (Hrsg.), „Governing Education in a Complex World“ (2016), S. 222

Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich (Stand August 2016):



Deutschland:
Niederlande:
Österreich:
Großbritannien
EU-Mittelwert:
Schweden
Finnland:
Frankreich: 
Italien:

 
7,2 %
10,8 %
11,3 %
13,7 %
18,8 %
20,2 %
21,7 %
24,4 %
39,2 %
Differenzierung im
öff. Schulwesen ab:
10
12
10
16

16
16
15
14
www.sozialministerium.at am 1. September 2016

„Tickende Zeitbombe“:

„Das Beispiel Frankreich zeigt, wie gefährlich gerade die Jugendarbeitslosigkeit ist: Sie ist eine tickende Zeitbombe!“
Dr. Gudula Walterskirchen, Die Presse vom 4. Juli 2016

Junge Menschen, die nach der Matura nicht weiterwissen:

„In Finnland sind das etwa die Hälfte der Maturanden, was die großartigen 95 Prozent mit Gymnasialabschluss schnell wieder relativiert. Das Problem ist aber, dass diese Schüler keine Berufsausbildung haben und zu keiner Zeit auf eine praktische Tätigkeit vorbereitet wurden. Diese Länder haben deshalb auch hohe Jugendarbeitslosigkeitsquoten.“
Univ.-Prof. Dr. Mathias Binswanger, „Sinnlose Wettbewerbe – Warum wir immer mehr Unsinn produzieren“ (2010), S. 126f

Erfolgsmodell duale Ausbildung:

„Das Erfolgsmodell der dualen Ausbildung, das uns gut ausgebildete Fachkräfte und damit verbunden eine niedrige Jugendarbeitslosigkeit beschert, wird weltweit beachtet. […] Ist man vor 10 Jahren ins ‚PISA-Wunderland Finnland‘ gepilgert, kommen nun Besucher aus Europa und Amerika nach Österreich, um sich das Erfolgsmodell der dualen Ausbildung erklären zu lassen.“
Mag. Dr. Rainer Gögele, Bundesvorsitzender von „Pro Gymnasium“ (www.progymnasium.at),
Presseaussendung vom 23. August 2016

Arbeitslosenquote 25- bis 29-Jähriger (differenziert nach Bildungsabschluss; Stand 2015):

ohne erfolgreichen Abschluss der Sek II:
mit Sek II- oder postsekundärem Abschluss:
mit tertiärem Abschluss:
insgesamt:
19,9 %
6,0 %
4,3 %
6,3 %
Eurostat, Abfrage vom 1. September 2016

2015:

„Besonders hoch war die Arbeitslosigkeit bei Pflichtschulabsolventinnen und -absolventen mit Staatsangehörigkeit Türkei (41 %) oder eines ex-jugoslawischen Staates außerhalb der EU (34 %).“
Statistik Austria (Hrsg.), „migration & integration - zahlen.daten.indikatoren 2016“ (2016), S. 60

Jugendarbeitslosenquoten nach Bundesländern (Stand Juli 2016):

Tirol:
Salzburg:
Vorarlberg:
Oberösterreich:
Steiermark:
Kärnten:
Niederösterreich:
Burgenland:
Wien:
3,9 %
4,4 %
4,7 %
5,6 %
7,0 %
7,2 %
7,9 %
8,5 %
13,2 %
AMS-Datenbank, Abfrage vom 1. September 2016

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