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Medien-Zitate Februar 2019

(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Kein Platz mehr für Bildung im klassischen Sinn?

„Kompetenzorientierung, Praxisnähe, Modularisierungen, Qualifikationsprofile, employability, Wettbewerbsvorteil, Kostenneutralität: Die Schlagworte aktueller Bildungspolitik markieren nicht nur neue Moden, sie signalisieren auch einen gravierenden Bruch mit den Idealen klassischer Bildungskonzeptionen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 28

„Nahezu absurd“:

„Alles primär unter den Leitstern der employability zu stellen – der Umbau des Bildungssystems nach Bologna mit der Verkürzung der Ausbildungsgänge und dieser oberflächlichen Orientierung an den Kompetenzen –, ist nahezu absurd.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin in Nida-Rümelin u. a., „Auf dem Weg in eine neue deutsche Bildungskatastrophe“ (2015), S. 31

Bildung in der Falle der „Kompetenzmodellierung“:

„Hat man zur Maximierung von Effizienz erst einmal auf Kompetenzmodellierung gesetzt, ist man auch an sie gebunden, zumal wenn man für die Leistungsfähigkeit von Bildung gar kein anderes Kriterium mehr hat als Kompetenzgenerierung. Die Bildungspolitik ist damit in die Falle getappt, in der Unternehmen sitzen, die ihren ganzen Betrieb auf eine einzige Produktpalette eingestellt haben.“
Univ.-Prof. Dr. Christoph Türcke, „Lehrerdämmerung – Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet“ (2016), S. 40

Persönlichkeitsbildung statt Kompetenzrasterdenken:

„Die Qualität einer Schule macht nicht das Messbare und Vergleichbare aus, ihr Wert hängt nicht vom Abhaken erfüllter Kompetenzen ab. Entscheidend für eine Gesellschaft ist, dass das Schulwesen kritisch denkende und gebildete Persönlichkeiten hervorbringt.“
Mag. Christian Höfner, Schriftführer des FA Oberösterreich, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich) vom Dezember 2018

„Das sollte uns Sorgen machen“:

„Worum man die Kinder betrügt, ist tatsächlich die Persönlichkeitsbildung. Man hinterlässt kulturell im Grunde verbrannte Erde, weil daraus nichts mehr wachsen kann. Denn diese Menschen werden dann selber über Studiengänge irgendwann wieder selber Lehrer. Und das sollte uns Sorgen machen.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, BundeslehrerInnen-Tag 2015 der ÖPU/FCG, Linz am 12. März 2015

Auch Wissen wieder wertschätzen!

„Wenn wir LehrerInnen unseren SchülerInnen beibringen, dass es nicht so nötig sei, etwas zu wissen, sondern nur darauf ankomme, zu wissen, wo das Wissen zu finden ist, dann dürfen wir nicht vergessen, dass es für sie wichtig und unverzichtbar ist zu wissen, was es überhaupt zu finden geben könnte, und wenigstens zu wissen, was man wissen wollen sollte.“
Univ.-Prof. MMag. DDr. Erwin Rauscher, Rektor der PH Niederösterreich, ÖGSR-Symposium, Wien am 23. Jänner 2019

Jahrelanges Lehrerbashing hinterließ schmerzliche Spuren:

„Es ist nicht verwunderlich, dass viele von uns das Gefühl haben, eher Häme und Kritik ausgesetzt zu sein, als öffentlich Dank und Anerkennung zu ernten für die großartige Leistung, die wir erbringen. […] Noch gilt es, Medien und breite Öffentlichkeit von der Qualität der österreichischen Lehrkräfte zu überzeugen, und hier sind eindeutig sämtliche Stakeholder gefragt.“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied im ZA AHS, ÖPU, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 14

Berufliche Zufriedenheit:

„Results show that, across all participating countries and economies, students in schools with teachers who are satisfied with their current job score 15 points higher in science, on average, than students with less-satisfied teachers. This difference in performance persists (around five score points) even after accounting for students’ and schools’ socio-economic profile.“
Dr. Tarek Mostafa u. a., „Science teachers’ satisfaction: Evidence from the PISA 2015 teacher survey“ (2018), S. 53

„Advocate for public education”:

„Eliminating unions does not produce higher achievement, better teachers, or even higher test scores. Eliminating unions silences the most powerful advocate for public education in every state.“
Univ.-Prof. Dr. Diane Ravitch, „Reign of Error – The Hoax of the Privatization Movement and the Danger to America’s Public Schools“ (2013), S. 126

Wo Finnland vorbildlich ist:

„The teaching force in Finland is highly unionized; almost all teachers are members of the Trade Union of Education.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, „Developing Effective Teachers and School Leaders. The Case of Finland“.
In: Darling-Hammond u. a., „Teaching in the Flat World“ (2015), S. 37

Die Basis für Finnlands Erfolg:

„TALIS 2013 results show 58.6% of Finnish teachers (primary and secondary) agreed that the teaching profession is valued in society – one of the highest proportions among participating countries and far above the TALIS average of 30.9%.“
OECD (Hrsg.), „Teacher Remuneration in Latvia. An OECD Perspective“ (2014), S. 153

Japan:

„One of the most marked characteristics of Japanese society is the high status attached to education, which is seen as being the bedrock of a successful career, social advancement and prestige.“
Matthias Pilz u. a., „Problematic transitions from school to employment: freeters and NEETs in Japan and Germany“.
In: „Compare“, 2015, Vol. 45, No. 1, S. 79

Global Teacher Status Index 2018:

„Our new data suggests that there is a correlation between the status accorded to teachers through the GTSI 2018 and student outcomes in their country. In other words, high teacher status is not just a ‘nice to have’ – increasing teacher status can directly improve the pupil performance of a country’s students. Ministers should take teacher status seriously and make efforts to improve it.“
Varkey Foundation (Hrsg.), „Global Teacher Status Index 2018“ (2018), S. 11

Nachhaltige Folgen einer fatalen „Schulpolitik“:

„Wie sollen solche Kinder in Ruhe lernen können, wenn sie zu Hause hören, wie die Lehrerinnen und Lehrer vom Vater oder der Mutter als unfähige Idioten bezeichnet werden?“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom November 2018, S. 13

Schäden schnellstmöglich beheben:

„Es ist notwendig, dass wir den Lehrberuf attraktiv machen. Das ist sehr wichtig, das ist ein ganz entscheidender Punkt, und ich kann Ihnen versprechen, wir werden uns darum wirklich äußerst bemühen, weil tatsächlich die Zukunft davon abhängt.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Nationalratssitzung vom 12. Dezember 2018

Aus Überzeugung für die LehrerInnen:

„Überzeugte Standesvertretung ist äußerst wichtig, es braucht sie, um nicht unterzugehen. Es ist eine schöne Aufgabe, sich für die Kollegenschaft zu engagieren und sie zu vertreten, und es ist es wirklich wert und unbedingt notwendig, sich für die AHS einzusetzen, für Chancengerechtigkeit, Entfaltung von Begabungen und die dafür entsprechende Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte und die SchülerInnen.“
Mag. Walter Klopf, Vorsitzender der ÖPU Oberösterreich, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich) vom Dezember 2018

Ordnung und Sicherheit Basis für Bildungserfolg:

„School safety is an important element of student academic achievement across a wide range of heterogeneous countries, regardless of geography, dominant race/ethnicity, language, culture, and economic development.“
IEA (Hrsg.), „Do both boys and girls feel safe at school – and does it matter?“ (2019), S. 9

Wachsendes Problem:

„In Europe, where over 80 per cent of children between 5 and 14 years of age use mobile telephones, it is reported that between 2010 and 2014 cyberbullying increased from 8 to 12 per cent, especially among girls and children at younger ages.“
UNO, General Assembly (Hrsg.), „Protecting children from bullying. Report of the Secretary-General“ vom 26. Juli 2016, S. 6

Frankreich:

„Ende Oktober hat Bildungsminister Jean-Michel Blanquer seinen Aktionsplan zum Schutz der Schule vorgestellt. Er verspricht unter anderem, Störfälle im Schulbereich konsequenter zu ahnden und zu sanktionieren. Und auch bei Bedarf Polizisten zum Sicherheitsdienst in der Schule anzufordern. Dafür plädierte auch gestern Staatspräsident Emmanuel Macron.“
Deutschlandfunk online am 7. November 2018

Hilflosigkeit:

„Schon im schulischen Alltag erleben Kinder und Jugendliche, dass alles meist nicht so ernst gemeint ist. Vieles wird angekündigt. Oft im Ärger, wenn eine Situation eskaliert. Aber wird das, was angekündigt wurde, auch umgesetzt? Die Erfahrung der betroffenen Schüler spricht dagegen.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 50

Mangel an Erziehung:

„Statt ‚erzogen‘ werden die Kinder ‚in ihrer Entfaltung begleitet‘, im Vertrauen darauf, dass sie ‚instinktiv spüren, was gut für sie ist‘. […] Diese Erziehungsverweigerung hat schlimme Folgen, bis hin zur Verachtung der Eltern oder zur völligen Abwendung der Kinder von ihren Eltern, die doch eigentlich immer ihre Freunde sein wollten.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform
„Leistung & Vielfalt“, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2016, S. 6

Dunkelziffer:

„Manche Schulleiter verschweigen Konflikte und Schwierigkeiten an ihren Einrichtungen, um den Ruf der Schule nicht zu gefährden. Wer schweigt, lässt Lehrer, Eltern und Schüler im Stich. Er tut niemandem einen Gefallen. Im Gegenteil.“
Ahmad Mansour, „Klartext zur Integration – gegen falsche Toleranz und Panikmache“ (2018), S. 296

„Right to learn”:

„All students have a right to learn. This means that if a student is making it impossible for a teacher to teach or students to learn, and in-class strategies have been attempted, they must be removed from the lesson temporarily until the situation can be resolved in some way.“
Dr. Tom Bennett, „Creating A Culture: How School Leaders Can Optimise Behaviour“ (2017), S. 45

LehrerInnen als „ultimate operations managers“:

„They have to manage 25 or so often-unruly direct reports. Think it’s easy to effectively manage a large class for seven hours? Throw in a fair percentage of students with any number of impulse-control issues and it’s a wonder teachers can keep any semblance of order.”
Dr. Victor Lipman, „The (Underrated) Leadership Qualities Of Teachers“, forbes.com am 8. August 2016

Einhaltung von Regeln unverzichtbar:

„Die wenigsten Schüler mögen es, wenn im Klassenzimmer Chaos herrscht. […] Die Schule kann zwar keinen Einfluss auf die Familien nehmen. Doch sie kann klar vermitteln, dass in der Schule eben diese Regeln gelten.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Februar 2019

„Children‘s Worlds+“

„Laut einer repräsentativen Studie der Bertelsmann-Stiftung erleben viele Heranwachsende in Deutschland ihre eigene Schule als unsicheren Ort. Während immerhin acht von zehn Grundschülern dem Satz ‚Ich fühle mich sicher in meiner Schule‘ zustimmen, ändert sich das nach dem Wechsel zur weiterführenden Schule deutlich.“
Der Spiegel online am 19. Februar 2019

Alles andere als Einzelfälle:

„Bullying affects a high percentage of children, compromising their health, emotional well-being and academic work, and is associated with long-lasting consequences continuing on into adulthood. […] Online or in person, bullying has a serious impact on both the victim and the perpetrator. Moreover, bullying comes at a high cost to society.“
UNO, General Assembly (Hrsg.), „Protecting children from bullying. Report of the Secretary-General“ vom 26. Juli 2016, S. 2

Österreich im traurigen Spitzenfeld:

„The prevalence of bullying varies considerably across Europe. Lithuania, Belgium, Estonia, Austria and Latvia are some of the countries with relatively high victimisation rates between around 20 % and 30 %, compared to the lower rates of Denmark, Sweden, Czech Republic, Croatia, Italy and Spain below 10 %.“
NESET (Hrsg.), „How to Prevent and Tackle Bullying and School Violence“ (2017), S. 6

„Einzelfälle ...":

„Viele Übergriffe werden von Vorgesetzten verschwiegen und nicht gemeldet. Das Schweigen hilft schließlich fast allen: Direktoren müssen nicht um den Ruf ihrer Schule bangen, die Eltern bekommen keine größeren Probleme, und der Stadtschulrat kann sich weiterhin der Illusion hingeben, es sei alles in Ordnung. Wenn ein Vorfall an die Öffentlichkeit gelangt, spricht man einfach von einem tragischen Einzelfall.“
Susanne Wiesinger, „Kulturkampf im Klassenzimmer“ (2018), S. 41

Unterstützung durch Schulbehörden notwendig:

„Hinschauen und Haltung einnehmen. Natürlich braucht es dafür auch die Unterstützung durch die Behörden. Wenn sich ein Schüler oder eine Schülerin permanent nicht an Regeln hält, den Unterricht stört, verbal und körperlich aggressiv ist und damit das Klassenklima und das Schulklima zerstört, dann muss es Konsequenzen geben, im Extremfall auch einen Schulverweis.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration. Schule und Migration“ (2018), S. 15

Die Probe aufs Exempel:

„Wer Jugendliche in den öffentlichen Verkehrsmitteln darauf hinweist, das Rauchen zu unterlassen oder die Schuhe von den Sitzbänken zu nehmen, geht ein erhebliches Risiko ein.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 42

Grenzen:

„Es gibt einen Unterschied zwischen rigider, auf Macht oder Konvention beruhender Grenze einerseits und sinnvoller, Halt gebender Grenze andererseits. Diese Unterscheidung ist deswegen von Bedeutung, weil der Begriff der Grenze nämlich noch eine weitere Konnotation in sich trägt: die des Schutzes, der Leitlinie, des Geländers, an dem als festem Punkt gestützt man sich experimentell weiterentwickeln kann, bis man dieses Geländer dann wirklich nicht mehr braucht. Um diese Art von Grenzen geht es in der Erziehung.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, „Der Tyrannenkinder-Erziehungsplan“ (2018), S. 211f

Wie wahr!

„Wir haben wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Gab es früher eine zu starre Hierarchie, haben wir jetzt oft das andere Extrem. […] In der Schule müssen wir Regeln vereinbaren, wie wir kommunizieren, einander zuhören, mit anderen Meinungen umgehen. Es muss auch akzeptiert werden, dass die Lehrkraft Anforderungen an die Schüler stellt.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Februar 2019

In Österreich noch weitgehend unbekannt:

„All schools should have an area where students presenting temporarily challenging behaviour can be housed safely, quickly and quietly without fuss. This zone should be staffed with personnel trained in its management.“
Dr. Tom Bennett, „Creating A Culture: How School Leaders Can Optimise Behaviour“ (2017), S. 48

Digitale „Brandbeschleuniger“:

„‚Bei Konflikten in der Schule, bei Mobbing, aber auch bei Rangkämpfen innerhalb von Klassen, wirken Messengerdienste wie etwa WhatsApp wie ein Brandbeschleuniger. Teilweise sind die Beiträge in den sozialen Netzwerken sogar die eigentliche Brandursache.‘ Es gebe heute keinen Mobbingfall an einer Schule mehr, der nicht gleichzeitig eine Online-Dimension habe.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heimatzeitung online am 20. Februar 2019

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu Mobbing und Bullying auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/mobbing-bullying.


Von den Erfahrungen von Gesamtschulländern lernen!

„‚Wenn man auf alle Schulen entweder AHS oder NMS schreibt, dann gibt es trotzdem Schulen, die als ,gute Gesamtschule’ gelten, und Schulen, die als ,weniger gute Gesamtschule’ gelten. Den Elternwillen kann man nicht steuern.‘ Zudem würden die Privatschulen noch mehr ausgebaut werden: ‚Wir sehen das in Gesamtschulländern. Dort ist der Privatschulsektor sehr stark, weil die Eltern dann diesen Weg wählen.‘“
MMag. Dr. Corinna Geppert, ORF online am 18. Februar 2019

Fördern braucht Fordern:

„Man entwickelt Intelligenz nur, wenn sie auch gefordert wird, wenn man anspruchsvolle Aufgaben bekommt. Dann lernt man besser schlussfolgerndes Denken, effizienter Informationen zu verarbeiten.“
Univ.-Prof. Dr. Elsbeth Stern, Deutschlandfunk online am 24. Juli 2018

Anspruch auf individuelle Förderung:

„Alle Schülerinnen und Schüler haben gemäß schulgesetzlicher Aussagen einen Anspruch auf individuelle Förderung und die Gesellschaft hat ein Interesse an ihrer eigenen Reproduktion und Weiterentwicklung. Deshalb ist eine leistungsorientierte Forderung und Förderung aller Schülerinnen und Schüler eine wesentliche Voraussetzung für die Weiterentwicklung unserer pluralistisch-demokratischen Gesellschaft.“
Univ.-Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, seit Dezember 2017 Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes.
In: „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Dezember 2015, S. 31

Erkenntnis aus Deutschlands Nationalem Bildungspanel (NEPS):

„Mit der strikten Differenzierung nach den Fähigkeiten steigen die Leistungen, und es gibt auch hierfür keine stärkeren Effekte der sozialen Herkunft als in integrierten Systemen. Der wichtigste Mechanismus dafür ist wirklich die kognitive Homogenität. Sie führt immer zu höheren Leistungen, also auch in integrativen Systemen. Am günstigsten aber ist die Kombination von kognitiver Homogenität der Schulklassen und der weiteren Homogenisierung durch eine strikte Differenzierung.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 16. November 2018

Slowenien:

„It is underlined that all children including those with special educational needs, the talented and the disabled alike, have a right to receive education corresponding to their abilities.“
Anna Cseh, „Programmes of talent identification and talent management in Slovenia“.
In: Győri, „International horizons of talent support. Best practices within and without the European Union“ (2011), S. 166

Dringender Handlungsbedarf:

„Es braucht dringend eine Ent-Heterogenisierung der Schulklassen im Hinblick auf die Nutzung der Lernfähigkeiten und der Lernwilligkeit. Lernen ist immer ein Integrieren von neuer Information in aktiviertes Vorwissen, und je homogener dieses Vorwissen von Lernenden ist, desto einfacher, aber auch sicherer ist die Steuerung der Lernprozesse im Klassenverband und desto besser werden die Lernresultate.“
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Steiner, „Im Würgegriff von LEHRPLAN 21“ (2018), S. 8f

Von Baden-Württembergs Absturz lernen!

„Bei allen Bildungsstudien, in denen Schulformen verglichen werden, schneiden die Schüler an egalitär organisierten Schulen schlechter ab als an gegliederten. Besonders problematisch sind die Leistungen an der jüngsten Schulform: der Gemeinschaftsschule. Baden-Württemberg stürzte beim Leistungstest des IQB innerhalb von fünf Jahren von einem Spitzenplatz unter den Bundesländern ins untere Mittelfeld ab, weil sich die Gemeinschaftsschule mit ihren Selbstlernmethoden als besonders leistungsschwach erwiesen hatte.“
Rainer Werner, guteschuleblog.wordpress.com am 7. Jänner 2018

Das „Equity-Paradox“:

„Je mehr unternommen wurde, durch Angleichung der schulischen Leistungsbedienungen und Erwartungen soziale Ungleichheit zu vermindern, umso mehr machte sie sich wieder bemerkbar. Ja es sind gerade die vermeintlich Gleichheit stiftenden Maßnahmen, die Ungleichheit perpetuieren und vergrößern.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, „Das „Equity-Paradox“. In: Rademacher u. a., „Bildungsqualen“ (2015), S. 95

Der Vielfalt gerecht werden:

„Ich wünschte mir von einer kindgerechten Schule, dass sie die enorme Vielfalt unter den Schülern endlich akzeptiert und die Kinder dort abholt, wo sie entwicklungsmäßig stehen.“
Univ.-Prof. Dr. Remo Largo, Focus online am 15. Jänner 2019

Trend in Richtung Vielfalt setzt ein:

„Menschen unterscheiden sich […] hinsichtlich ihrer Fähigkeiten, Bedürfnisse und Präferenzen, daher versuchen die meisten Bildungssysteme, unterschiedliche Arten von Bildungsgängen und Formen der Bildungsteilnahme anzubieten, insbesondere in den höheren Bildungsbereichen (Sekundarbereich II und darüber hinaus) und für Erwachsene.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 185f

Viele weitere bildungswissenschaftliche Zitate zum Wert homogenerer Lerngruppen auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-g-bis-j/gesamtschule-differenzierung.


Norwegen:

„In Norway, children born into low socio-economic backgrounds face a higher risk of becoming NEET in their youth. Young people whose mother did not have an uppersecondary education are more than twice as likely to be NEET as the children of tertiary educated mothers. This effect is strongest for 15-19 year-olds, indicating a particularly strong effect of parental education on upper-secondary school drop-out. This difference is somewhat higher than in Germany, the only other country for which comparative data are available.“
OECD (Hrsg.), „Investing in Youth: Norway“ (2018), S. 44

Großbritannien:

„The United Kingdom has very low social mobility compared to other OECD nations. Children’s academic attainment is closely linked with their parents’ income, occupation and educational qualifications.“
Social Mobility Commission (Hrsg.), „Helping Parents to Parent“, 20. Februar 2017, S. 6

Schweden:

„Für Anders Trumberg, einen Erziehungswissenschafter der Universität Örebro mit Spezialgebiet Schulwahl und Segregation, steuert Schweden bei der Chancengleichheit im Erziehungswesen auf einen Tiefpunkt zu.“
Neue Zürcher Zeitung online am 23. Juni 2018

USA:

„The achievement gap between children from high- and low-income families is roughly 30-40 percent larger among children born in 2001 than among those born twenty-five years earlier.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 134

England:

„There is a larger gap in literacy and numeracy scores between the highest and lowest achievers than in most other countries and the impact of parental background on skills attainment is stronger than in most countries.“
Univ.-Prof. Dr. Andy Green u. a., „Why are Literacy and Numeracy Skills in England so Unequal?“ (2015), S. 4

England, Frankreich, Kanada und die USA:

„England ranks equal fourth amongst countries and regions in numeracy inequality. Only France, English-speaking Canada and the USA are significantly more unequal in numeracy.“
Univ.-Prof. Dr. Andy Green u. a., „Why are Literacy and Numeracy Skills in England so Unequal?“ (2015), S. 9

„Independent schools“, Englands elitäre Alternative:

„71 per cent of senior judges, 62 per cent of senior armed forces officers, 55 per cent of Permanent Secretaries, 53 per cent of senior diplomats, 50 per cent of members of the House of Lords, 45 per cent of public body chairs, 44 per cent of the Sunday Times Rich List, 43 per cent of newspaper columnists, 36 per cent of the Cabinet, 35 per cent of the national rugby team, 33 per cent of MPs, 33 per cent of the England cricket team, 26 per cent of BBC executives and 22 per cent of the Shadow Cabinet attended independent schools - compared to 7 per cent of the public as a whole.“
Social Mobility and Child Poverty Commission (Hrsg.), „Elitist Britain“ (2014), S. 10

„Alternative Formen der Segregation“:

„Die erhoffte soziale Chancengleichheit ist ein Irrtum. Fast alle Gesamtschulländer haben alternative Formen der Segregation entwickelt.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, Kleine Zeitung online am 28. Mai 2016

OECD-weites Faktum:

„Children with parents of a lower socio-economic status have lower educational performance, e.g. PISA mathematics scores are about one-fifth lower than for those with highly educated parents, which represents more than three years of equivalent additional schooling.“
OECD (Hrsg.), „A Broken Social Elevator? How to Promote Social Mobility“ (2018), S. 41f

Bildungswissenschaftlich längst nachgewiesen, von manchen „BildungsexpertInnen“ Österreichs aber leider noch immer verdrängt, ignoriert oder gar geleugnet :

„Die Gesamtschule schafft nachweislich nicht mehr Bildungsgerechtigkeit als die Schulen des differenzierten Bildungssystems.“
Univ.-Prof. Dr. Alexander Lorz, Bildungsminister Hessens, „Werteorientierung, Wahlfreiheit und Chancengerechtigkeit“ (2017), S. 6

„In all countries and economies”:

„In all countries and economies that participated in PISA 2015, socio-economic status has considerable influence on students’ performance in science, reading and mathematics. On average across OECD countries, the mean PISA science score among disadvantaged students was 452 points, while among advantaged students it was 540 points. This gap of 88 points is the equivalent of about three full years of schooling.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 89“ (Oktober 2018), S. 2

Am größten ist der sozioökonomisch bedingte Leistungsrückstand 15-Jähriger in Luxemburg und Frankreich.

Equity in Education:

„Im sozioökonomisch schwächsten Viertel der Schülerinnen und Schüler – und auf dieses Viertel fokussiert die OECD-Publikation – befinden sich in Österreich so viele junge Menschen mit Migrationshintergrund, so viele junge Menschen, die die Unterrichtssprache nicht verstehen, wie dies in kaum einem anderen OECD-Staat der Fall ist.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 4

Aufs Elternhaus kommt es an:

„Die Integration der Migrantenmütter ist entscheidend für die Integration der Kinder.“
Dr. Thomas Liebig, Wiener Zeitung online am 29. Mai 2018

USA:

„According to one national study, 72 percent of middle-class children know the alphabet when starting school, as opposed to only 19 percent of poor children.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 116

Mit 2 Jahren sechs Monate Rückstand:

„Differences in vocabulary and language processing efficiency between infants from higher- and lower-SES families were evident at 18 months, and by 24 months there was a 6-month gap between SES groups.“
Univ.-Prof. Dr. Amy Pace u.a., „Identifying Pathways Between Socioeconomic Status and Language Development“.
In: „Annu. Rev. Linguist.“ 2017, S. 293

Bildungsstandardüberprüfung am Ende der Volksschule:

„10 % der Kinder von Eltern mit tertiärem Bildungsabschluss, 17 % der Kinder von Eltern mit maximal Matura, 28 % der Kinder von Eltern mit Berufsausbildung und 52 % der Kinder von Eltern mit maximal Pflichtschulabschluss erreichen die Bildungsstandards nicht oder nur teilweise.“
BIFIE (Hrsg.), „Nationaler Bildungsbericht Österreich 2015, Band 2“ (2016), S. 26

Frühkindliche Prägung:

„Childhood socioeconomic status (SES), characterized by parental educational attainment, occupation and income, is associated with early experiences that are important for cognitive development. […] SES is linked to children’s neurocognitive func¬tion across numerous domains, including language, self-regulation, memory and socio-emotional processing.“
Univ.-Prof. Dr. Kimberly Noble u. a., „Family Income, Parental Education and Brain Structure in Children and Adolescents“ (2015), S. 1

Falscher Ansatz:

„Meines Erachtens ist es falsch zu denken, über Bildung könne man Bildungsgerechtigkeit erzeugen.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer. In: Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.), „Akademikerschwemme versus Fachkräftemangel“ (2016), S. 106

Themenverfehlung:

„Letztlich kann man sozialpolitische Fragen nicht nur durch Bildungspolitik lösen. Da muss man auch sozialpolitisch aktiv werden.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, Der Standard online am 5. Oktober 2015

Politisches Gaukeln beenden!

„Von Schulen zu verlangen, an einem sehr belasteten Standort Chancengerechtigkeit herzustellen, ist illusorisch. Das wäre, als würde man von einem Arzt in einem Armenviertel verlangen, die Lebenserwartung der Patienten auf das Niveau einer Luxuswohngegend zu bringen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Zahlreiche Erkenntnisse zur Bedeutung außerschulischer Einflüsse auf den Bildungserfolg auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-a-bis-c/chancengerechtigkeit.


Die Würfel fallen vor dem Schuleintritt:

„Schon beim Eintritt in die Volksschule betrage der Leistungsunterschied zwischen den Kindern zwei bis drei Jahre. ‚Das ist auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten nur schwer auszugleichen. […] Es macht einen massiven Unterschied, ob man mit einem Kind viel spricht und ihm vorliest, oder ob man es nur vor Fernseher und Computer setzt.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Die Presse online am 15. Februar 2019

 

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Aktuelle Zitate

 

 

 

Österreichs Lehrerinnen und Lehrer von Politik und Gesellschaft alleingelassen:

„Die Einzelkämpfer im Klassenzimmer rufen seit vielen Jahren vergeblich nach Unterstützung durch Beratungslehrer, Sozialarbeiter und Psychologen. Sie sollten sie bekommen und zudem von uns allen im Schulalltag weniger alleingelassen werden.“
Mag. Helmut Schliesselberger, Salzburger Nachrichten online am 11. Mai 2019

LehrerInnen verdienen höchste Wertschätzung:

„‚Wegen des Geldes‘ wird man nicht LehrerIn, wegen der tollen ‚Work-Life-Balance‘ wohl auch nicht. 50 bis 80 Stunden pro Woche für die Schule zu arbeiten, empfinden viele von uns als ganz normal.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2019, S. 6

Absage an den Wiener Bildungsdirektor Himmer:

„Zwischen dem Aussprechen von Verboten und dem Schulverweis als letzter Maßnahme müsse es noch andere Möglichkeiten geben, auf Gewalt zu reagieren. ‚Die Rolle des Lehrers zu schwächen, ist der falsche Weg.‘“
Maria Hutter, Bildungslandesrätin Salzburgs, Salzburger Nachrichten online am 6. Juni 2019 

Elternhaus erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Kein Schulwesen der Welt kann ausgleichen, was Eltern ihren Kindern, warum auch immer, schuldig bleiben. Keine Schule kann so schlecht sein, um zu zerstören, was Eltern als erste und wichtigste LehrerInnen aufgebaut haben. Diese große Verantwortung sollte jungen Menschen, die ein Kind in die Welt setzen, bewusst sein. Diese große Verantwortung sollte möglichst allen bewusst gemacht werden!“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, VCLnews vom Juni 2019, S. 11

„Immenser Stressfaktor“:

„Verhaltensauffälligkeiten von SchülerInnen UND Eltern nehmen nicht nur zu, sondern Dimensionen an, die zu einem immensen Stressfaktor geworden sind. Es ist das Gefühl, damit allein gelassen zu sein, das so viele Betroffene davon abhält, darüber zu sprechen und sich selbstverständlich Unterstützung bei Vorgesetzten zu holen.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2019, S. 7

Schule braucht Unterstützung:

„Schulinterne Verhaltensvereinbarungen, Gespräche in der Direktion und die bloße ‚Androhung eines Ausschlusses‘ sind dort zahnlos, wo jemand seine Mitmenschen bewusst psychisch oder physisch schädigen will. Für solche Extremfälle braucht es daher spürbare Konsequenzen (von Wiedergutmachung bis zum Verlust des Schulplatzes) und eine besonders enge Kooperation zwischen Elternhaus und Schule, notfalls unter Einbindung des Jugendamtes.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, VCLnews vom Juni 2019, S. 21

Folgen politischer Ignoranz:

„Die in der Gesellschaft zunehmende Gewaltbereitschaft wird auch in die Schulen hineingetragen. Vielfach trauen sich Lehrer nicht, über undiszipliniertes, respektloses und entwürdigendes Verhalten der Schüler zu berichten. Man schaut zu lange weg, kehrt die Probleme unter den Teppich und sucht den Grund für das Fehlverhalten der Schüler oft beim Lehrer.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2019, S. 5

Interventionsinstrumente nötig:

„Pünktlichkeit, das Einhalten von Terminen und eine ernsthafte Arbeitshaltung sollten als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt werden. Und wenn dem nicht so ist, müssen wir den Lehrenden Instrumente in die Hand geben, die dies zu erreichen versuchen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, VCLnews vom Juni 2019, S. 9

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Fast jeder zweite Lehrer in Wien und Niederösterreich leidet darunter, dass es zu wenig Sanktionsmöglichkeiten für undisziplinierte Schüler gibt.“
Niederösterreichische Nachrichten online am 14. Mai 2019

Schluss mit dem Sparen an der Schule!

„‚Wenn ein Schüler suspendiert wird, sitzt er nur drei Wochen zu Hause. In einer Timeout-Klasse wird mit ihm gearbeitet.‘ Für diese Aufgabe brauche es aber eben auch speziell geschultes Personal. Zusätzlich.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Der Standard online am 16. Mai 2019

Wertschätzung und Vertrauen!

„Unseren Lehrerinnen und Lehrern, die tagtäglich in den Schulklassen stehen und in den heterogenen Klassen vor großen Herausforderungen stehen, müssen wir wieder viel mehr Wertschätzung und viel mehr Vertrauen entgegenbringen.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Kein Platz für Gewalt!

„Psychische und physische Gewalt darf an unseren Schulen keinen Platz haben. […] Ein Verhalten, das andere schikaniert, entwürdigt, darf nicht hingenommen werden.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Ein schlimmes Jahrzehnt „Schulpolitik“ beenden!

„Ganz wichtig wäre das Unterstützungspersonal. Es hat im Jahr 2008 Österreich auch an der TALIS-Studie teilgenommen. Da wurden die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte untersucht. Da ist Österreich wirklich als Schlusslicht dagestanden. Und dann sind wir aus der Studie ausgestiegen. […] Da wird man auf jeden Fall ansetzen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das kostenneutral funktioniert.
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019 

Riesiger Rückstand bei den Rahmenbedingungen:

„‚Das Verhältnis von Lehrkräften zu pädagogisch-unterstützendem Personal beträgt 29:1 und jenes von Lehrkräften zu administrativem Personal 25:1.‘ Im Vergleich dazu kommt etwa in Dänemark auf zehn Lehrpersonen eine Supportstelle. Der OECD/EU-Schnitt liegt bei 16:1. Würde sich Österreich an diesem orientieren, so müssten hierzulande an die 13.500 zusätzliche Posten im Schulsupport geschaffen werden, wiederholt Kimberger eine langjährige Gewerkschaftsforderung.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 24. April 2019

Keine Toleranz gegenüber Gewalt!

„Für gewalttätiges Verhalten in der Schule darf es keine Toleranz geben.“
Mag. Elisabeth Rosenberger, Präsidentin des Bundeselternverbands (BEV), Presseaussendung vom 13. Mai 2019 

Pädagogische Interventionsmittel notwendig:

„Wenn die Gespräche mit Lehrkräften, Klassenvorstand, Eltern, Direktion nichts nützen, dann gibt’s im Moment wirklich nur Zahnloses. […] Wenn man gesehen hat, wie diese Schüler agieren, dann hat man das Gefühl: Die wissen, es passiert ihnen nichts. Die fühlen sich so sicher in ihrem Verhalten, dass sie tun und lassen können, was sie wollen. Da braucht die Schule auf jeden Fall stärkere Maßnahmen.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Der Gewalt keinen Nährboden!

„Zwar handle es sich um eine Minderheit, die Lehrer terrorisiere, trotzdem müsse mit voller Stärke durchgegriffen werden. Auch der Rechtsstaat sei bei derartigen Übergriffen gefragt. ‚Gewalt in der Schule – egal von welcher Seite – müssen wir unterbinden. Sonst ist es in zehn Jahren kein Schulproblem, sondern ein gesellschaftliches Problem.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 6. Mai 2019

857 „Einzelfälle“ …

„Laut Ministerium gab es vergangenes Schuljahr österreichweit 857 Polizeieinsätze an Schulen – die meisten in Wien und die meisten wegen Konflikten unter Schülern.“
Die Presse online am 7. Mai 2019

Leider viel zu lang:

„Schon lang gehört Lehrer-Bashing zum guten Ton. Dabei wird völlig vergessen, dass das stetig sinkende gesellschaftliche Ansehen der Lehrer für Österreich zunehmend zum Problem wird. Das macht sich in den Klassenzimmern bemerkbar, wenn Schüler ihren Lehrern keinen Funken Respekt mehr entgegenbringen, weil die Eltern in den Gesprächen zu Hause aus ihrer Ablehnung gegenüber den Pädagogen kein Geheimnis machen.“
Mag. Julia Neuhauser, Die Presse online am 30. Juni 2016

Offen und ehrlich gefragt:

„Wer übernimmt die Verantwortung für all den Kram, den wir in den letzten Jahren ausbaden mussten?“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, GBW-Tagung „Time for Change? Teil II: Im Hamsterrad. Schule zwischen Überlastung und Anpassungsdruck“, Bergische Universität Wuppertal am 4. Mai 2019